Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Volkslehrer · 1852-02-01 · Heft 2 (Februar 1852) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 2 (Februar 1852)
Date
1852-02-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3129675-3129690-3129693--0351-3132355
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

36 Das Walten Gottes wir anerkennen und ehren in Allem, was uns widerfährt, Gottes^ heiligen Willen , > ein allweises und allmächtiges > Wirken^ und Zufriedenheit erfüllt jederzeit unsere Brust, und „wir öffnen nicht den Mund > denn du, o Herr, hast es gethan." ' - Dieses Bewußtsein, daß Gott in seiner hohen Allmacht) Weisheit und Güte waltet über dem Leben der Völker und mit Gerechtigkeit und Liebe ihre Schicksale zum Segen lenket, erfüllte auch das Herz der Propheten bei dem Untergange von Israels Volks - und Staatsleben mit trostvoller Zuversicht; auf den Trümmern der Vergangenheit^ durch das unheimliche Dunkel der Gegenwart sahen sie hoffnungsvoll einer hellen und heitern Zukunft entgegen. Die hereinbrechende Nacht mit ihren schauerlichen Finsternissen konnte ihr Herz nicht erbeben machen: denn sie wußten es, daß die Mächte der Finsterniß, die den friedlichen Wanderer im Dünkel der V. 5 Nacht anfallen, um ihm zu schaden, oder gar den Untergang zu bereiten^ nichts vermögen gegen deines heiligen Willen, o Gott, und daß du, wie einst dort beim Ringen Jakobs mit der nächtlichen Erscheinung , über dem Kampfe endlich die Morgenröthe werdest aufgehen lassen, bei deren ersten Strahlen jene finstern Mächte verschwinden, nachdem sie selber die Unschuld und das Recht ihres Gegners anerkannt und eingestanden, nachdem sie dessen geistige und sittliche Kraft und Aeberlegenheit empfunden und ihn segnend begrüßt haben als „Israel", als Gottesstreiter, als heldenmüthigen Dulder und Kämpfer für dich und für deine heiligen Zwecke auf Erden. Und je' Heller das Licht der Sonne leuchten, und ft kräftiger vom Himmel in ihrem heitern Glanz erstrahlen wird die Wahrheit, um so mehr werden die Spuren jenes nächtlichen Kampfes unsichtbar werden Es wird nicht 12 mehr der Bruder sich weiden an der Roth und dem Elend des Bruders, und sich nicht mehr freuen seines Stürzes, oder gar solchen herbeiführen S. 1. B. M. 32, 27, ff., in der betreffenden Tharavorlesung.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.