Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1852)
- Date
- 1852-02-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3129675-3129690-3129693--0340-3132344- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
(Februar 1852.) 5. Predigt. Bildung ist Weisheit. Gehalten am zweiten Tage des Neujahrs 5612 in der Synagoge zu Oldenburg von Landrabbiner Wechsler. Text: Sprüche 8, 1—7. Herr! die Pforten unseres Geistes, die Thore unseres Herzens sollen auchheute noch aufgeschlossen fein und weit aufgechan, um einzulassen dich, den König der Ehre, um zu trachten nach dem, was über der Zeiten Drang und Uebereilung Hinweghilst, zu trachten nach vernünftigem Erkennen dessen, was zu deinen Höhen erhebt. Herr! wir wissen es: Dein Gebot will, wir sollen uns bilden und veredlen von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr. Aber auch dieses Gebot — wie leicht wird es vergessen, wie leicht wird's eine Beute der Deutung und Mißdeutung! So sei denn heute Deine Kraft mächtig in uns, der Wahrheit offen in's Antlitz zu schauen und ihre strengen Züge und Weisungen zu ertragen. Dazu segne diese Stunde frommer Betrachtung. Amen. Meine Andächtigen! Wie wir schon wiederholt am zweiten Tage des Neujahrs irgend ein Schlagwort der Zeit, einen wichtigen Gedanken der Gegenwart uns klar und verständlich zu machen gesucht, so lenke ich, wenn auch nicht ohne Scheu, auch heute wieder eure Gedqnken und eure Betrachtung auf einen Gedanken, auf ein Wort, das seinem Umfange und seiner Bedeutung nach gewiß zu denjenigen gehört, über welche der Hauch der Gotteslehre beim Deginne - eines Jahres dahin wehen und auch hier aussondern soll die leere Spreu von dem gesunden Kern, die Hülle von dem ächten Gehalte. „Bildung, Volksbildung" lautet z das! Wort, das ich meine, und das ja so viel gehört und gebraucht und verbraucht Wird im Menschenleben, und das ja auch, wenn ii. 3