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Der israelitische Volkslehrer · 1853-11-01 · Heft 11 (November 1853) · page 17

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 11 (November 1853)
Date
1853-11-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Briefe über jüdische Zustände in Paris. 275 städter, den imponirendsten Eindruck. Doch es ist nicht meine Aufgabe und nicht meine Absicht, Ihnen die Merkwürdigkeiten dieser Weltstadt zu schildern; ihre Anlagen, ihre Straßen, ihre Anstalten, ihre Paläste mit ihren reichen historischen Erinnerungen sind genügend bekannt und vielseitig beschrieben und geschildert; weniger aber dürften die Zustände der Israeliten bekannt sein. Denn in Paris giebt es so Vieles zu sehen und zu hören und zu beschreiben, daß das winzige Häuflein Juden, wenn auch achtzehntausend an der Zahl, Mter diesen anderthalb Millionen Menschen sich verlieret. Ueberdies giebt es ja in Paris nur Franzosen, keine Juden als solche, und das ist es ja, was wir lobend und dankend anerkennen und was auch wir mit aller Kraft unsres Geistes erstreben.- Nur wenn ein Rabbiner es wagt> von seinem ehrwürdigen Stuhle der rabbinischen Autorität Ol>) MslDsl) herabzusteigen, um sich in dieses bunte Gewühl der Menschen zu wagen, finden auch die jüdischen Angelegenheiten ein beschauendes Auge. — Das konfessionelle Leben charakterisirt sich überall, also a»lch bei den Juden, zunächst im Kultus. Der öffentliche Gottesdienst ist der Ausdruck der religiösen Gesinnung, der Spiegel der religiösen Richtung der Mehrzahl der bestimmten Religionsgemeinde und ihrer Glieder/ um so mehr da, wo, wie in Frankreich, jeder andere konfessionelle Unterschied im Leben gänzlich aufgehoben ist. Ader selbst dieser Eultus, das Substantielle der Konfession, ist, in seinem Verhältmsse zum Staate, in Frankreich bekanntlich dem Kultus der übrigen Konfessionen völlig gleichgestellt- Die Besoldungen sämmtlicher Rabbiner , Lehrer und Borsänger werden vom Staate dezählt, die Synagogen und Schulen auf Kosten der Regierung oder der Stadtgemeinden erbaut. Bei uns wagt kaum die kühnste Phantasie eine solche durchgreifende Gleichstellung zu hoffen, namentlich in neuerer Zeit, wo die gewährten Rechte den Juden wieder allenthalben entzogen werden: Wir können trotz aller Mühe und alles Wort-Geisteskampfes nicht einmal die gleiche Berechtigung der

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