Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1853)
- Date
- 1853-10-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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232 Der Mensch im Lichte der Religion. ihm in Gebet und ausdauernder Weihe zu heiligen den morgenden geistigen Tag. — Mitversammelte, Mitfeiernde im Geiste am morgenden Tage! heute hat uns die Erde noch; wir haben uns gelabt an Speis und Trank, bevor wir diese Hallen betraten; Alles, was sich liebt und für einander lebt, hat sich die Hand aufs Neu' gereicht, die warme Menschenhand, bevor das Haus verlassen ward, das treue Haus; wärmer wallet in unserem Mmschenwefen das Blut, nicht von der Leidenschaft entzündet, sondern von dem edelsten Triebe bewegt, gut und versöhnlich zu sein, wie unser Vater im Himmel gut und versöhnlich ist — Freunde! Brüder! Schwestern! Mitmenschen! gäbe es in solcher Gemüthsstimmung, zur Fortsetzung unserer Betrachtungen über den Menschen und seine Pflichten, einen geeigneteren Gegenstand als die Beleuchtung des menschlichen Gemüthes selbst und seiner mannigfaltigen Beziehungen, welche die Religion heiligt und verklärt? — Wir sind, nachdem wir am Neujahrstage das leibliche Wesen des Menschen mit dem Lichte der Religion beleuchtet, bei der Betrachtung seiner geistigen Natur angelangt. Sie beschäftige uns morgen vor Gott. Zwischen Geist und Leib aber, beiden dienend, steht das menschliche Herz Von seinem Feuer empfängt der Leib die lebendige Gluth, in seinem Feuer schmiedet der Geist seine guten und schlechten Pläne, auf seinem Herde entflammt er die guten und bösen Gedanken. Menschenherz, erwärme uns in dieser heiligen Stunde zum Guten! Zeige dich in deiner ganzen Weihe, wozu der Schöpfer dich in den Menschenleib gesetzt! Ist dieser, wie wir gezeigt, ein Tempel Gottes, so zeige du dich uns heute als den Altar in diesem Tempel; Und zeige uns die Menschen-Pflichten, die von dir ausgehen, alsdie gottgefälligen Opfer, welche auf dir sollen gebracht werden! Dieß fei unserer heutigen Betrachtung heiliger Gegenstand! — Und wir lesen weiter in unserem begonnenen 84ten Psalm im vierten Verse; und da begegnet uns ein so gemütMch inniges