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Der israelitische Volkslehrer · 1853-08-01 · Heft 8 (August 1853) · page 24

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 8 (August 1853)
Date
1853-08-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
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MS Ist entwickelnder Religionsunterricht räthlich oder incht? Selbstgehen. Vorplappern und Vormachen erzeugt Nachplappern und Nachäffen. „Zucht des Geistes" wird am besten durch innere Zügel, die die Vernunft anlegt, bewirkt. Sie — die entwickelte Vernunft — findet auch am sichersten die zur ihrer Fortbildung erforderlichen Wege. Daß Schriftthum und mündlicher Unterricht Bildungswege sind, bedarf heutigen Tages und in Deutschland wahrlich nicht durch Auswendiglernen zum Bewußtsein gebracht zu werden. Immer wird der Denkende eher, als der blos Zugeschulte Gebrauch von der Literatur und der mündlichen Belehrung der Höherstehenden mächen. Darum: selbstentwickelnder Religionsunterricht, der sich jedoch nicht in leere Speeulationen und flache Raisonnements verlieren darf! Dann wird der Schüler nicht geistlos hinbrüten, er wird abhorchen , die Zerstreuung meiden, da er jeden Augenblick gefragt werden kann und die Sache ihm ohnehin nteressant wird; der Lehrer aber erfährt, was falsch oder gar nicht Verstanden wurde. Das Herz des Kindes kann in Anspruch genommen und durch das beständige Beziehen auf dasselbe veredelt werden; das Kind legt sein Herz offen dar, man lernt die geheimsten Winkel desselben kennen; es wird Gewandtheit im Ausdruck erzielt; kurz, die entwickelnde Methode ist sicherer des Kindes Natur entsprechender, das nicht lange den stummen Zuhörer - bilden kann und nicht geübt im scharfen Denken ist Uebrigens seien Sie wegen der entwickelnd verfahrenden Lehrer außer Sorgen; es gibt deren durchaus nicht zu viele. Wäre dies , woher käme die Ignoranz, die Gedankenlosigkeit, die Gleichgiltigkeit in Religionssachen, woher die Schwierigkeit bei der Einführung, selbst der dringendst gebotenen Reformen? Die Denkkraft, das Selbstbewußtsein muß also erhöht und gekräftigt werden. An ungeschickter Ausübung, an Auswüchsen wird es nicht fehlen; doch die gewonnenen guten Früchte werden weit überwiegen. Ueber die Weise der Katechese ein andermal.

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