Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 8 (August 1853)
- Date
- 1853-08-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Seesen 1× ep/1048106
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bei den Israelis der neuere» Zeit. lpDelungsgeschichte d^r. kirchlichen Zustände bei den deutschen Israeliten, Denn er . ist Derjenige , der einen veredelten Gottes? dienst in die Räume der alten Synagoge einer großen und bedeutenden israelitischen Gemeinde zue rst einzuführen gewagt hat. Es war also vom Tode Mendelssohns an - fast noch ein halbes Jahrhundert nothwendig, bis die Synagoge, bis der. Rabhinismus den neuen Ideen einigen Eingang und praktische Bedeutung zuerkannte. Denn was früher geschehen wax, die! Einrichtung des Jakobson/scheu Tempels, zu Seesen und dann zu Berlin , wo derselbe von dex Regierung wieder geschlossen ward, die Errichtung des Hamburger Tempels, welcher durch Einführung der Orgel,*) deutscher Gebete, Läuterung des hebräischen Rituales, Confirmation und insbesondere durch die Predigten seines auch in der christ* lichen Welt ruhmvoll! anerkannten S a l o m o n bedeutend wirkte und anregte— das geschah doch Alles außer der Synagoge, trug, beim Polke, mehr oder weniger den Stempel der SM, an sich, und der Gedanke, noch hat keine bedeutende Synagoge, noch kein Rabbiner einer bedeutenden Gemeinde sich, der Reform angeschlossen^ mußte dem Ansehen dieser noth- Mnhig Eintrag thun. Darum gebührt Löwi, als dem Bater der praktische^ Reform in der Synagoge, Anerkennung *) Dieses ^ur Hebung des CultuS, zur Haltung der fingenden Gemeinde, mit Emern Körte, zur Umgestaltung der verachteten „Judenschule> in einen achtungswürdigen Tempel des lebendigen Gottes so überaus wirksame Instrument, damals, vor circa 30 Jahren, von dem alten Rabbinate zu Hamburg in den Bann gegen den Tempelgottesdienst mit einbegriffen, ist bereits in vielen Synagogen Deutschlands und Frankreichs (Paris), mit dem besten Erfolge Ar das religiöse Leben, eingeführt. In der Pfalz (Speier) hat der orthodoxe Rabbiner Merz das Spielen der Orgel an Sabbath und Feststagen in der Synagoge gestattet; in Mainz, einem alten Bollwerke der deutschen Iudenheit, eben so zu Aachen und Coblenz, verherrlicht dieselbe den Synagogen-CultuS und zidhet allsabbathlich, Abends und Morgens, die zahlreich versammelte Gemeinde mächtig an. So macht das Gälte und Schöne, trotz aller Hindernde, sich unaufhaltsam Bahn. —^ UebricjenS ist die O r g e l, nach talmudischem Zeugniß (vergl. hierüber unser Gutachten in den Protokollen der zweiten R^ VH ein, ursprünglich jüdischem Boden entwachsenes Instrument: und befindet fich dieselbe von Alters her, in einer uralten Synagoge zu Prag. Daß fie dort nur zum feierlichen Empfange des Säbbaths gespielt wird, thutdem Prinzipe ihrer Ausnahme keinen Eintrag,