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Der israelitische Volkslehrer · 1853-07-01 · Heft 7 (Juli 1853) · page 28

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 7 (Juli 1853)
Date
1853-07-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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176 Die Wimpel. Kraft niedergedrückt. Diese richtete sich aber gleich einer elastischen Feder >n Gottvertrauen und Ergebung wieder auf, als die Zeit das Herbe des Kummers hinweggenommen und dem frommen Hinblick auf die Wege Gottes das Hinderniß des verzweifelten Schmerzes beseitigt hatte. Ein dunkles Etwas in ihm flüsterte ihm auch die Hoffnung des Wiedersehens zu, und ihm fielen die Worte der Alten bei: „Der Mensch nimmt nicht Trost an für einen Lebenden, den er für todt hält; denn nur den wirklich Todten vergißt das Herz"). Bei Recha aber wollte dies nicht also gelingen. Wohl erleichterte sich ihr Herz für Stunden, ja Tage durch den trostreichen Zuspruch ihres Mannes; das gegenseitige Bemühen, ihren Kummer vor einander zu verbergen, Worte der Hoffnung und der Beruhigung einander zu sagen, bot Recha eine Erleichterung gleich Balsamtropfen, welche den Schmerz frisch blutender Wunden einigermaßen lindern. Aber in stillen schlaflosen Nächten, in einsamen Stunden des Nachdenkens über die liebliche Vergangenheit und die so schön aufgebaute, aber urplötzlich eingestürzte Zukunft, überkam sie der Jammer in seiner ganzen Größe, und sie sprach seufzend: „ich werde trauernd zu meinem Sohne hinabsteigen in die Gruft."— Und Tobias? — Nicht wahr, meine jungen Leser sind begierig zu erfahren, wie es ihm erging? sie hätten über sein Schicksal tausend Fragen an mich zu richten! — Geduld! — Ich erzähle Euch wohl ein andermal weiter von ihm. — Heute aber, lieben Kinder! merket Euch das Beispiel und lernet folgsam sein und den Willen der Eltern ehrfürchten. Und wenn Ihr je böse sein wolltet, weil Euch Eure guten Eltern einen Lieblingswunsch versagt haben — schnell den Verdruß beseitigt! schnell die heftigen Forderungen eingestellt! — Erwäget, welchen Kummer und Verdruß Euer Umgestüm über die Eltern bringen könnte! — Denket an Tobias und seine Wimpel. *) Raschi zu 1. B. M. 37, 335. —»ss^-^G-^e««---

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