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Der israelitische Volkslehrer · 1853-04-01 · Heft 4 (April 1853) · page 14

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 4 (April 1853)
Date
1853-04-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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90 Der Bau der Ewigkeit. die Seele in Trauer hüllen, und du eilest in das Gotteshaus, den Herrn um seine Hülfe anzuflehen: ist es nicht die göttliche Liebe, in deren Gewißheit du den Gnadenvollen um Beistand und Rettung in der Noth anflehest? Wenn endlich die Reue ob der bösen That an deinem Herzen nagt, und du gebeugten Hauptes Gott um Verzeihung bittest, ist es nicht die Liebe, die Barmherzigkeit Gottes, von welcher du Versöhnung hoffst? So ist denn das Gebet ein Bote von der Liebe des Menschen an die Liebe Gottes! Diese Liebe Gottes zu uns, unsere Liebe zu ihm und in ihm zu allen Menschen, ist der über den Bund zwischen Gott und uns wachende Engel. Diese Doppelliebe bildet das Band, das in dem Heiligthum des Herrn gewebt wird, mittelst dessen der Bund zwischen Gott und uns geknüpft ist. So trage denn auch unsere Synagoge diese schöne Bestimmung. In deinem Namen, andächtige Gemeinde, weihe ich sie diesem Berufe und spreche zu ihr: und ich verlobe dich mir durch Liebe und Gnade ^NL^ttl uWZ-N2> 3) Die Liebe im Herzen, wie die Gerechtigkeit im Leben wird aber gewahrt durch die Treue gegen Gottes Wort. Diese Treue bildet den dritten Grundstein der Wohnung Gottes in uns. Diese Treue erstarkt durch den Glauben an die Treue Gottes in der Erfüllung seiner Verheißungen. Als Salomon den Tempel zu Jerusalem einweihte, sprach er am Schlüsse seines Gebetes: „Gelobt sei der Ewige, der Ruhe verlieh seiner Gemeinde Israel, ganz so wie er verheißen; es ist nichts ausgeblieben von all seiner guten Verheißung, die er durch Moses, seinen Knecht, verheißen hat." Wir, meine Brüder und Schwestern, können und sollen heute bei der Einweihung dieser Synagoge den Herrn nicht minder preisen, der seine Treue auch an uns bewiesen, daß wir uns in unserem Vaterlande der Ruhe nichtblos, sondern auch der Gleichberechtigung mit unseren Brüdern eines anderen Glaubens erfreuen. Unsere Väter bauten ebenfalls Gotteshäuser; aber sie genossen nicht der Ruhe; ihr Gottesdienst wurde bald verhöhnt, bald verfolgt, ihre Gotterhäuser hier entweiht, dort

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