Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 3 (März 1853)
- Date
- 1853-03-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherschau. 75 lesen verstehen, beten zu lassen, als auch , in noch früherem Zeitpunkte, ihnen vorzubeten, in wahrer Andacht und mit herz erhebendem Tone, worauf der Verfasser in der beherzigenswerthen Vorrede mit Recht ein besonderes Gewicht legt, „denn nur wenn das Beten vom Erwachsenen gewissenhaft behandelt wird, kann es für das Kind seine wahre Weihe und Heiligkeit behaupten." — Das Büchlein besteht aus drei Abtheilungen. 1) tägliche Gebete; 2) in besonderen Zeiten; 3) Religionsbegriffe Wir halten ganz besonders die letzte Abtheilung für sehr zweckmäßig, um die ersten heiligen Klänge auf der göttlichen Harfe des Kinderherzens hervorzubringen, wünschten aber deshalb den Ton hier und da. etwas gehobener; denn wenn auch „im Munde des Kindes die Sprache selbst noch in ihrer Kindheit erscheint-' (Borr. XII.), so darf doch der Psychologe schon bei diesem frühesten Menschenalter annehmen, daß gehobnere Stimmung und. gehobnere Svrache sich wechselseitig ergänzen. — Sonst ist die Sprache rein, klar, von Liebe zu Gott und Religion warm durchweht, namentlich haben uns in dieser Beziehung die kleinen Gedichte sehr angezogen. -- Wir wünschen dieser kindlichen Kinderschrift den reichsten Absatz; sie ist ganz geeignet, in den gebildeten religiösen Familien der Neuzeit das ewige Wort aus der alten wahr zu machen : LZ^I^ 'OV M NNO^ „durch der Säuglinge und Kinder Mund befestigt Gott sein Reich." — IV. Michael Desaga's allgemeines Lesebuch :c. für israelit. Schulen bearbeitet. II Theile in l Bande — gr. 8: S. 412. Mannheim. Bensheimer. t852. — 4. Auflage. Preis 48 kr. Es ist keinem Zweifel unterworfen, daß, vom religiösen Standpunkte aus, in israelitischen Schulen nicht immer die gehörige Rücksicht auf die W a hl der Lesebücher verwendet wird. So lange nämlich die Lehranstalten in den meisten Ländern als C o n f e s sio n s sch u l e n gehandhabt werden; so lange deßhalb die allgemeinen Lesebücher meistenteils von besonderem, d» h. christlichem Standpunkte aus geschrieben werden; solange in diesen Büchern nicht blos Religion, sondern Christenthum verbreitet werden will; so lange daher in denselben das Judenthum entweder als gar nicht eristirend, oder als höchst untergeordnet betrachtet wird; so lange selbst das Gute, was fich in manchen Lehrstücken über und von Juden spärlich genug vorfindet, nur in jenem mitleidigem Tone erzählt ist, der großmüthig sagen will, „selbst unter den