Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 3 (März 1853)
- Date
- 1853-03-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3129675-3129704-3129708--0706-3132081- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
im Großherzogthum Hessen. 73 Instruktion für die Vorstände und Lehrer der israelitischen Cultusgemeinden heißt es ausdrücklich, daß die Entfernung eines Lehrers in Zukunft nicht mehr von der Laune der Gemeinden abhänge, sondern jede Entlassung zuvor der Genehmigung der betreffenden Ministerialabtheilung bedürfe. Ein Gleiches treffen wir auch schon lange im Königreiche Baiern bestehend. — Möge diese weise Anordnung in allen Ländern unseres großen deutschen Vaterlandes Nachahmung finden! Wie vielen braven, tüchtigen Lehrern würde man dadurch eine drückende Last vom Mrzen wälzen, wie sehr würde man ihre Leistungen erhöhen! — Ja, sicher und gewiß, dann erst ist der tüchtige Lehrer in den Stand gesetzt, im Dienste des Guten und Wahren zu wirken; frei wird er, wie der Säemann, die Saat der menschenbildenden Religion in die kindlichen Herzen, die für die heilige Wahrheit so empfänglich sind, streuen können, nicht fürchtend, seines edlen, treuen, gewissenhaften Strebens halber verkannt, verfolgt, oder gar brodlos gemacht zu werden. Durch einen zeitgemäßen Unterricht wird dann nach und nach ein neues Geschlecht erblühen, welches die Liebe zum Judenthum mit der Einsicht in die Anforderungen einer hergeschrittenen Zeit verbinde, Scheidewände, längst veraltete und morsch gewordene, werden beseitigt werden, Vorurtheile, von Innen und von Außen, werden schwinden, Ein Gedanke wird Alle durchdringen: „Wir haben ja Alle nur Einen Vater, Und Eines Gottes Kinder find wir A l le!" Ich verlasse den Gegenstand, obgleich noch sehr Vieles darüber zu sagen wäre. (Wer denkt hier nicht an 5ie noch an vielen Orten bestehende unwürdige und entehrende Einrichtung des Wandeltisches, an die geringen Besoldungen, an den Schächterdienst und dergl. mehr.) Auf die Hauptquellen des Nebels aber hoffe ich das Auge des Betrachters gelenkt zu haben: Uebergibtman nur tüchtigen Lehrern Schul stellen; wählt man sachkundige, für das Heil der Schule glühende Schulinspectoren; legt man sowohl die Anstel-