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Der israelitische Volkslehrer · 1853-03-01 · Heft 3 (März 1853) · page 4

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 3 (März 1853)
Date
1853-03-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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56 Die Synagogen-Einweihung Grundgebote des Judenthums in hebräischen Versen angebracht sind. Die Säulen tragen zwei über einander hinlaufende, mit kleineren Säulen geschmückte offene Gallerien für die Frauen; in der Mitte der oberen Gallerte im zweiten Stockwerke befindet sich, im Westen, die Orgel —die erste in einer großen deutschen Synagoge, welche den ganzen Gottesdienst begleitet — ihr zu beiden Seiten geräumige Plätze für Knaben und Mädchen, für Sänger und Sängerinnen. Im Osten befindet sich, wie gewöhnlich, die heilige Lade; vor ihr ein geräumiger Platz, zu welchem mehrere Stufen von beiden Seiten emporführen. Neben diesem Auftritte befindet sich die Kanzel; unter ihr, in derselben Ebene mit den Plätzen für die Männer, die Stätte für den Cantor, welche zugleich als Lesestätte für den Vortrag aus der Thora benutzt wird, und ihr zu beiden Seiten die Plätze für die beiden Rabbiner.*) In der Höhe, von wannen das Licht kommt, geht der reichbemalte Plafond in zwei Fensteröffnungen aus, und das Ganze, farbenprächtig, bietet, besonders zur Abendzeit, bei hellerleuchtetem Hause und bei zahlreicher Versammlung — denn der schönste Schmuck eines Gotteshauses bleiben immer seine Besucher — einen erhebend schönen Anblick dar. — Kehren wir, nachdem wir den Leser im Geiste in das neue Haus eingeführt, zu dessen Einweihungsfest zurück!—Die Träger der heiligen Thorarollen stellten sich am Stande des Vorbeters auf, In Betreff dieser Räumlichkeiten bleibt noch Manches zu wünschen übrig. 1) Muß die Kanzel höher gerichtet werden, wenn der Redner im Verhältnisse zur Höhe des Hauses seine Stelle einnehmen soll; 2) muß auch die Stätte für den Cantor eine erhöhte sein, sonst kann seine Stimme, namentlich beim gewöhnlichen Gebete, die Gemeinde nicht beherrschen; 3) muß an der Rückseite des Betpultes ein Lesepult sür die Thora sich befinden, dem Volke zugewendet, denn die Thora hat der Vorbeter nicht Gott, sondern der Gemeinde vorzutragen. — Da der Raum zwischen Kanzel und heiliger Lade ohne Zweck sehr abundant ist, so werden sich diese Uebelftände zum Vortheile des Ganzen leicht beseitigen lassen.

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