Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1853)
- Date
- 1853-02-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Bücherschau. Abhändlnng, und bedauern, daß der Verfasser nicht jenen zur Hauptsache (ls?'p) und diese zur Beigabe (^OV) gemacht habe. Denn die Abhandlung (44 S.) scheint uns eine durchaus verfehlte Arbeit. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Aufsatz bei einer ländlichen Schulconferenz Beifall habe, oder ob er als Abhandlung dem größeren Publikum zur Anregung und Anerkennung vorgelegt werde. Die uns vorliegende Arbeit aber müßte besser überschrieben sein: „Zusammenstellung von Aussprüchen der heil. Schrift über das Gebet", denn das ist sie der Hauptsache nach; aus sich selbst heraus, aus der Tiefe des Gegenstandes ist das Thema nicht behandelt; der etwas mystische vielverheißende Titel: „Das Gebet ein Athemholen der Seele" taucht wohl in der Ausarbeitung hier und da auf, doch ohne daß diese innerlich aus jenem motivirt sei. — Unter den Beispielen über die Wirksamkeit des Gebetes aus „älterer und neuerer Zeit" ist eine schöne Auswahl aus der biblischen Zeit getroffen; aus der neueren Zeit aber — sind im Ganzen drei Beispiele aufgeführt, und zwar 1) eine gedichtete Erzählung von Christ. Schmid, 2) ein Mährlein von einem frommen Schneider aus Thüringen von anno 1770; endlich — 3) eine Geschichte aus dem schwäbischenMerkur! — Abgesehen von der Armseligkeit dieser Beispiele, erscheint es uns als eine große Unschicklichkeit, die Bibel und den schwäbischen Merkur als Quellen neben einander zu setzen. — Mit Daniel (S. 12) schließt die Reihe im Gebete Getrösteter aus ber Schrift; gab's dann aber keine Beispiele mehr aus der Heroenzeit der Makkabäer, aus der Fülle des Talmuds, aus der Leidenszeit Israels bis auf den heutigen Tag? — Das einzige Beispiel der edlen Beruria, Gattin des R. Meir, welche diesen belehrte, um die Besserung, nicht um den Untergang der Frevler zu beten, indem sie den großen Grundsatz aufstellte, „Der Jrrthum vergehe, aber nicht die Irrenden" (ONYIN tt^l O^YN dieses Beispiel allein ist mehr Werth, als tausend Geschichtchen aus dem schwäbischen Merkur. — Freilich hätte durch Aufzählung von Beispielen der bezeichneten