Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1853)
- Date
- 1853-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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im Großherzogthum Hessen. 29 - . l Wir behaupten: Das Institut der israelitischen Religionsschulen ist, wie es jetzt in unserm Lande besteht, für die betreffenden, schutzlosen, nur der Will k üh r p r e iß gegebenen Lehrer ein im höchsten Grade trauriges, jammervolles, fast unerträgliches, und entspricht durchaus den Forderungen eines intelligenten, humanen Staates nicht mehr. Denke man sich die Gefühle eines jungen Mannes, der nach gehöriger Borbereitung, nach allen Mühen, Leiden und Anstrengungen des Seminarlebens endlich so weit gekommen ist, daß er nach einem recht gut bestandenen Eramen das Seminar als Schulamtskandidat verläßt — welche herrliche Bilder, zusammengesetzt aus den Freuden seines zukünftigen Standes, durchziehen seine Seele. Da träumt er sich ein freundliches Schulhaus, inmitten blumenreicher Gärten, fruchtbarer Gefilde, üppiger Fluren und lachender Auen als seine zukünftige Pflanzstätte; da erblickt sein geistiges Auge schon die heitere Kinderschaar, wie sie freudig jubelnd der Schule zuströmt, dort von ihm zu hören und zu lernen; da vernimmt sein geistiges Ohr schon die Aeußerungen der Achtung und Liebe, die ihm Eltern und Kinder seiner Gemeinde zollen; da empfindet er schon im Voraus die wonnigen Regungen seines Innern, die seligen Gefühle, die sein erhabenes Amt ihm einflößen wird. Ja, so malt sich wohl jeder angehende, jugendliche Schulmann sein zukünftiges Paradies aus. Vielleicht nimmt auch eine holde „Eva" im Hintergrunde dieses reizenden Gemäldes ihre Stelle ein. O, wir wissen es wohl, das Leben, das harte Leben, hält uns Menschen allen selten Das, was wir in jugendlichen Gedanken uns von ihm versprochen hatten — denn „Leicht bei einander wohnen die Gedanken, Doch hart im Räume stoßen sich die Sachen!" Aber unter allen harten Lebensverhältnissen sind es wohl gerade die unserer Religionsschuken, deren amtliche Zustände am allerwenigsten dem süßen Jugendtraume entsprechen, und Die an ihnen zu wirken verurtheilt sind, diese unglücklichen 3*