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Der israelitische Volkslehrer · 1855-12-01 · Heft 12 (Dezember 1855) · page 28

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 12 (Dezember 1855)
Date
1855-12-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Rundschau. 435 einzig noch überlebende Bruder, trug das Trauerkaddisch vor. Derselbe drückte dem Gemeindevorstande, wie dem Rabbiner, mündlich und schriftlich seinen innigsten Dank aus für den erhebenden Beweis der Anerkennung, welche in dieser schönen Feier seinem verewigten Bruder gezollt wurde. Zugleich äußerte er den ehrenden Wunsch, „um den Worten der Würdigung der selteden Eigenschaften und des frommen und edlen Charakters des Hingeschienenen eine bleibende Erinnerung zu sichern," von der gehaltenen Rede eine Abschrift zu empfangen, indem die Familie solche drucken zu lassen wünsche. — Es gereicht dem Herausgeber d. Bl. zu großer Ehre und Genugtuung, daß es ihm gegönnt ist, dem Verewigten, von welchem er so manchen Beweis freundlicher Gejinnung empfangen, dieses geistige Denkmal der Anerkennung setzen zu dürfen. Möge eS darum hier gestattet sein, einen schönen Zug der Vergessenheit zu entreißen, der vielleicht für manchen Leser, der die hiesigen Verhältnisse nicht genau kennt, überraschend sein mag, und der allein schon dem Seligen den Nachruhm eines unparteilich humanen Charakters sichert. — Ich besuchte Denselben vor nun ungefähr zwei Jahren, um ihn für eine würdige Familie zu einer Heirathsbeisteuer zu veranlassen. Er sagte, er wolle sich die Sache überlegen. ES verging aber keine halbe Stunde, da fuhr er, der 81jährige Greis, bei mir vor, um mich mit einer bedeutenden Summe für jenen wohlthätigen Zweck, zugleich aber als besondern Gruß mit einem herrlichen Blumen-Bouquet aus seinem Garten überraschend zu erfreuen. Dieß war von ihm, unter den hier obwaltenden Zuständen, und mir gegenüber, dessen religiöse Gesinnungen ihm unverholen bekannt waren, ein charakteristisches Zeichen freundlichen Wohlwollens, das mir auch tief in der Seele wohtthat. — Gewiß, der Selige stand, in der seltenen Klarheit seines eminenten^Geistes, über den Parteien, und auch in seinem Testamente blieb er, zur Freude aller Freunde der Gemeinde, ein „Mann der Gemeinde." vom Anfange bid ,um Ende. Ueber die Details dieses merkwürdigen Schriftstückes später; die Trauer- Rede wird wohl auch dem größeren Publikum mitgetheilt werden, und der theilnehmende Leser wird, ebenso zu seiner Erhebung, wie zu seinem tiefen Bedauern, in dem Dahingegangenen einen Mann aus der alten Zeit erkennen, deßgleichen in Israel wenige find und wenige erstehen. — Sein Andenken bleibe zum Segen! — Baltimore, in Nord-Amerika. — vr. Einhorn hielt am 27. September in der Synagoge des „Lsr-Sinai-Ver-inS," seine Antrittspredigt (vgl. oben Seite 433). Eine feierliche Deputation war ihm von hier bis New-Dork entgegengesendet worden, um ihm bei seiner Landung zu beglückwünschen. Ebenso wurde derselbe von einer Deputation der Reform-Gemeinde zu New-Dork (Tempelverein Lmavv-v!) am Schiffe Willkommen geheißen. — Die erwähnte Antrittsrede wurde dahier allgemein mit dem größten Jubel ausgenommen, und auch die hiesigen Orthodoren drängen flch allsabbathlich, um den neuen Prediger zu hören. Wir versprechen uns von

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