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Der israelitische Volkslehrer · 1855-12-01 · Heft 12 (Dezember 1855) · page 11

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 12 (Dezember 1855)
Date
1855-12-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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4«8 Die Xabbiner-Coaferenz unS vorliegende Gebetbuch des Tempels zu New-Aork, welches unter allen reformistischen Synagogen-Gebetbüchern am Weitesten geht, von Männern der streng-rablinischen Schule je anerkannt werden sollte? Wird aber jene Gemeinde nun, dem in Aussicht gestellten „KlinkaA ^meriku* zu Liebe, welcher sicherlich die freie Entwickelung in Bande schlagen wird, von ihren bisherigen entschiedenen Reformen abstehen, zu einem Minimum von Verböserungen sich bequemen? — Gewiß nicht! —^ Wie läßt sich also in einem solchen Lande, bei solch ausgedehnter Freiheit der Gemeinden, an einen gemeinsamen RituS denken? — Es ist dieses auch bei den dortigen Verhältnissen nicht notwendig. Nach unserer Ansicht müßte die Conferenz sich nach Gegenständen umsehen, in Ssnagogc. Schul? und Gemeinde, für welche eine Gemeinsamkeit aller Glaubensgenossen ausführbar schiene. DieS dürfte nicht verhindern, daß die Gleichgesinnten, welche eine weitergehende Reform für zulässig und nothwendig halten, sich über eine mögliche Gleichmäßigkeit unter sich verständigten. Zst es ja notorisch in Nord-Amerika so bestellt, daß in jeder größeren Stadt sich, den verschiedenen Bedürfnissen gemäß verschie dene Gemeinden frei zusammenthun. Warum nicht an diese naturgemäße Entwickelung des nordamerikanischen Judemhums anknüpfen? — Bei uns, in Europa, ist man mit Recht bemüht, jede Spaltung, jeden Toppelruuo, in derselben Gemeinde möglichst zu vermeiden; eS sind gegebene Verhältnisse, welche im Auge behalten werden müssen. Dieses Bestreben hat in den meisten Gemeinden der alten Welt auf die Ordnung des Cultus mächtig influirt; diese Rücksicht ist es, welche an vielen Orten, und wir wollen es im Interesse des Friedens gar nickt tadeln, entschiedenere und durchgreifendere Gestaltungen verhindert. Ganz anders in N. Amerika! Dort ist die Trennung, die mannichfaltige Gestaltung von vornherein da — warum wollt Ihr sie in die (ZinerieLheit zurückzwängen^ — Unsere freudigste Hoffnuug war " immer, daß drüben, in dem Lande der Freiheit, unbehindert von äußerlichen Störungen, nnd frei von der Blendhaube talmudncher Kasuistik, das Zudfnrhnm freien Aufschwung nehmen werde,

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