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Der israelitische Volkslehrer · 1855-10-01 · Heft 10 (Oktober 1855) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 10 (Oktober 1855)
Date
1855-10-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Luzzatto'S Vorwort zu Zesala. 8S9 aenen Geisteserzeugnisse deS eben so lichtvollen wie gelehrten Luzzatto, in hebräischer Sprache geschrieben; das ist, wie inhaltlich auch der Commentar sei der Schlüssel zu dem Räthsel, weshalb solche Geisteswerke keinen Herausgeber finden konnten AlS uns vor vielen Jahren der Probebogen zu Gesichte kam, äußerten wir den Wunsch, das Ganze — versteht sich zu Gunsten des Verfassers — übersetzen und in deutscher Sprache veröffentlichen zu dürfen, damit ein so ausgezeichnetes Werk, dessen Probe uns wahrhaft entzuckte, allgemein zugänglich würde. lHerr L. erwähnt in seiner Vorrede, daß zwei deutsche Gelehrte ihm solchen Vorschlag gemacht haben.) Der Verf. ging auf dergleichen Anträge — er wollte mittelst der hebräischen Sprache, welche er in der That höchst meisterhaft zu handhaben weiß, wirken— nicht ein. Endlich hat er an dem edeln Albert Cohen in Paris, dem eifrigen und überaus freigebigen Förderer aller Fortschritte und vieler guten Anstalten nahe und fern, einen Gönner gefunden, welcher ihn in Stand setzt seinen Kommentar in der ursprünglichen, unterdeß fleißig durchgesehenen und vervollkommneten Form, anS Licht zu bringen. Wir haben zunächst die Vorrede vor uns. Diese ist ein Programm der Grund sätze, welche 5r. L.bei allen Bearbeitungen biblischer Bücher als leitend betrachtet. Es ist nohwendig diese voraus zu kennen, um zu wissen in welchem Geiste der Kommentar geschrieben ist. Wir berichten über dieselben, theilS weil sie in unserer Zeit b^merkenswerth erscheinen, thnls weil wir den Wunsch hegen, daß der Hr. Verf. sich über einige Sätze etwas deutlicher erklären möge. Ob wir persönlich denselben beipflichten, thut nichts zur Sache. Wir ehren den Standpunkt eines jeden, der offen sagt, was er meint, und was er durch langes Forschen als Ergebniß gewonnen hat. Luzz. ist ein Mann von so kräftiger Gesinnung, daß er sich nicht scheut, seine Ansicht mit einer gewissen Derbheit auszusprechen wenn sie auch hie und da anstieße. Das ist ganz recht und löblich. Nur setzt er öfters beim Leser mehr voraus, als sich vorfindet, und deßhalb wäre es wohlgethan, die leicht mißverstandenen Aeußerunqen näher zu beleuchten. Herr L. bekennt sicss m^seinem Vorworte zu folgenden 10 Grundsätzen: 1. Bei Erklärung der Bibel muß der Glaube an einen Weltenschöpfer, der ein unendliches Wesen für sich ist, und das All mit seinem Willen und zu seinen Zwecken hervorgebracht und beherrscht, vorwalten. „Wer daher der Philosophie Spinoza's zugethan ist und sich gewöhnt hat zu denken, unsre Augen seien nicht zu dem Zwecke geschaffen, daß wir sehen der ist nicht im

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