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Der israelitische Volkslehrer · 1855-10-01 · Heft 10 (Oktober 1855) · page 6

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 10 (Oktober 1855)
Date
1855-10-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Z4Z »3s?ied»." unter dem Banne zurückstoßender Berkennung und Mißachtung — aber ich frage euch, wer wollte nicht eingestehen, daß wir uns deS schnödesten Undankes gegen Gott und Menschen.schuldig machten, wenn wir unsere Zustände mit denen der Bäter in Eine Linie stellten? wenn wir verkenneten, welche Siege bereits für uns erfochten jener Geist der Humanität und der Aufklärung, den wir —mag er anderwärts, weil mittelalterlichen Religionsanschauungen widerstrebend, als ein böser, verneinender Geist, als ein Geist wider Gott verschrieen werden. — den wir, sage ich, die ^inst Geknechteten und Geächteien, nothwcndig als den, alles Gute bejahenden, als den Geist Gottes anerkennen und verehren muffen! — Und wenn wir nun, dieses Geistes voll, behaupten, die Umgestaltung, beziehungsweise Abänderung unserer Gebete, namentlich der sLelicdotK und?iutim," sei ebenso notbwendig. als nothwendig verschieden ist unsere Zeit von derjenigen ihrer Abfassung; wenn wir behaupten, es müßten die betreffenden Gebete, welche unmöglich die Gefühle des jetztlebenden und strebenden Israel ausdrücken können, hinweggeschafft werden, um solchen Platz zu machen, welche den Gefühlen Ausdruck verleihen, die unsere Brust erweitern oder beengen — wer kann in einem solchen Bestreben etwas anderes erkennen, als die Folge eines aus dem Innersten stammenden Bedürfnisses eines wahrhaft religiösen Dranges, welcher vor dem wahrhaftigen Gott nur Worte der Wahrheit, nur solche Gebete aussprechen will, welche das Menschenwort, dorr wo es seine höchste Weihe empfängt, im Gespräche mit Gott, in seiner erhabensten Bedeutung erscheinen lassen, nämlich die heilige Harmonie zwischen Sprache und Gedanken, zwischen Gefühl und Ausdruck kund zugeben? — O es ist gewiß! Die Beibehaltung so vieler zeit- und gefühlswidriger Gebete hat lediglich in dem Umstände ihre Begründung, daß diese Gebete in einer, den meisten Synagogenbefächern, selbst solchen, die in der hebräischen Sprache nicht ganz unbewandert find, unverständlichen, vielgekuustelten, radbrechenden und den einfachen Bibelausdruck verschnör kelnd entstaltenden

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