Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9 (September 1855)
- Date
- 1855-09-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Uuverheirüthetsein dir Lehrer. lung, so oft vorkommenden Ledigbleibens israelitischer Lehrer, hindeutet, woran wir unserseits nicht verfehlen wollen. Bemerkung und warnenden Mahnruf anzufügen. — Die Misch na (tLäusetuu 82, a) verbietet geradezu, daß ein lediger Mann — er wird mit dem verächtlichen Namen „Kanals benannt — Zugendlehrer sei (O'IS« Nv^» d^). Es liegt dieses Verbot ganz in dem stoischen, ascetisch strengen Moralprincipe des rabbinischen Judenthums, und wird dasselbe deßbatb von Maimonides, Hiletwtk lalmuc! Lora, im zweiten Cap., wo sich überhaupt sehr treffliche Lehren über israelitisches Schulwesen befinden, wiederholt, und in derselben Weise im ^sore Des. im Abschnitte „von den Lehrern," I. 244, 20. die Norm aufgestellt, welche im Lben llaeser, H. 32, 20. wiederholt eingeschärft wird: O'22N 711V^ I^lpi:^ ,NVd< '»v -V'V22 N^TIV NXON ^22^? Wenn nun auch der hier angeführte Grund, namentlich bei dem hochsittlichen Standpunkte israelitischer Frauen, Manchem etwas zu rigoros erscheinen möchte, so ist derselbe nichtsdestoweniger aus der menschlichen Natur genommen, ja. — exempla sunt oäiosa — hier und dort auch aus dem Leben gegriffen. Der sorgsame Pädagoge aber wird nicht so weit zu gehen brauchen; er wird Gefahr und Befürchtung weit näher finden, in dem Verhältnisse zur Zugend selbst, und schon deßhalb gerne der alten Mischna-Lehre beipflichten. — Dann unterliegt es an und für sich keinem Zweifel, daß derjenige Lehrer, welcher selbst Familienvater ist, Kinder auch anderer Familien, sowohl was Strenge als was Milde betrifft — und mit beiden Stäben, mit »Noam* und „VkodZim" muß er die Heerde führen — weit besser zu behandeln verstehen wird, als der ledige; hat doch jeuer eine Schule, worin er die Erziehung praktisch lernt, in seinem eigenen Hause! — Auch bleibt der Cölibateur immer mehr oder minder Egoist; er schlägt selten Wurzel in der Menschheit, wie viel weniger in seiner Gemeinde. Der Eölibat in der katholischen Kirche wurve nicht eingeführt, um die Kirche und ihre Diener auf's Innigste mit der Menschheit zu verbinden, sondern um des Gegentheils willen. Zn den jüdischen Gemeinden hat daher stets der entgegengesetzte Grundsatz gegolten, daß die Angestellten, wo möglich, verheiratet und dadurch mit der Gemeinde aufs Innigste verbunden sein sollen. — Dabei ging man ferner von der nicht minder richtigen An flcht aus. daß der unverheiratbe Lebrer oder Vantor leichter den» Leichtsinne ausgesetzt ist, und ihm gewöhnlich die Würde und