Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9 (September 1855)
- Date
- 1855-09-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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3t4 NeujahrS-Mahnruf Der andre Rath, von klüqerm Sinn, Sprach: ..Nüchternheit bringt stets Gewinn! Zum Wecken und zum Wachsamsein That uns der Herr den Hahn verleih'»; Wenn Nahrung wir ihm mäßig geben. Wird er wohl früh die Stimm' erheben!" — Und so geschah'S'. — Der Sine Hahn, der mächtig fraß. Schlief, wie die trägen, Gefräß'gen Leute pflegen. Hinein in den Morgen weit, Und auch der Läufer verschlief die Zeit. — Wie nun, zu spät. Der Hahn gekräht. Da fuhr er auf, Eilt fort im Lauf, Durchschneidet den Raum Und arhmet kaum — Umsonst! — Der Andere, vom mäß'gen Hahn Frühzeitig aufgeweckt, trat, angethan Mit Morgeufreudigkeit, die Reise an. Und hatte frisch, mit mäß'gem Schritte. LänqS hinter sich des WegeS Mitte. Als ihm der Säumer entgegen kam. Als dieser ihn sah — voll Scham Rief er: .,Du hier? — Weh'! wehe mir. Daß ich versäumt Das Morgenlicht, Daß ich verträumt Die heil'ge Pflicht!" — De? And're sieht die Thränen quellen Und spricht mitleidig zum Gesellen: „So weit dein Rücken mich zurücke trägt, „Sei dein der Raum, den ich zurückgelegt > — Da hebt er ihn auf. Eilt fort im Lauf, Durchschneidet den Raum Und athmn kaum — Umsonst! - die Füße versage«. Nicht länger kann er'S ertragen — Er fintt zusammen, unv ist tovt — Ach, waram verschlief er das Morgenroth? —