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Der israelitische Volkslehrer · 1855-08-01 · Heft 8 (August 1855) · page 28

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 8 (August 1855)
Date
1855-08-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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306 Recenfionen. denn der Streit selbst enthält nur persönliche Meinungen. Aehn- Uch ist eS mit den sogenannten von denen einer stets ^VZ der andern gewesen sein soll, Würden, welche der Talmud den 5 Paaren nach Simon dem Gerechten und AntigonuS zuschreibt, ohne daß man ungefähr 150 I. nach dem Erlöschen des letzten Paares sich erinnern konnte, wer die eine, wer die andere getragen habe, ja ohne daß die genaue Folge derselben und die Dauer ihrer Amtstätigkeit wie diese selbst, dem Gedächtniß der Nachwelt überliefert worden; eine Erscheinung, welche in dem neuen Babylon große Sprachverwirrung angerichtet hat, weil jeder nur darauf Bedacht nimmt, alles, waS geschrieben steht, sogar das, was die Quellen selbst als nicht mehr recht ermittelbar hinstellen, in das Phantasiebild einzureihen, welches sie zusammensetzen. Zn der That sind die Bestrebungen, alle Aussagen, die sich vorfinden, möglicherweise zu rechtfertigen und allenfalls mittelst Tertesberichtigungen so herzustellen, daß sie die Geschichte ergänzen können, nicht zu tadeln; aber waS wir an solchen einseitigen Versnchen auszustellen finden, ist die große Uebereilung. womit sie in die Welt gesendet werden, um andere eben so eilige Gegenverfuche hervorzurufen, so daß ein Streit um die unbegründetsten Einfälle geführt wird, bei welchem die Kämpfenden*) sich zum Theil arge Blößen geben, und der bei einer ruhigen, besonnenen Forschung gar nicht entstanden wäre. Wir beabsichtigen nicht, über Anderer Leistungen zu urtheilen, wohl aber auf den Nachtheil hinzuweisen, den die Hetzjagd auf kleine Entdeckungen, und die rohe Lust gegen erfahrnere Beobachter Seitenhiebe auszutheilen, der Wissenschaft selbst bringen muß; indem der spätere Forscher wiederum genöthigt wird, alle die vergeblichen Anstrengungen der mitunter sehr achtungS- Unsrer Denkart zufolge halten wir nnS frei von jeder Persönlichkeit And übeu auch keinerlei BergeltungSrecht, wiewohl noch Gelegenheit genug dazu da ist, Widersacher, welche vom Zaun brechen, um vor aller Welt Streit zu deginnen, auf die empfindlichste Weise bloß;u stellen. CS ist uns fast leid, daß Ander, von sittlichem Gefühl getrieben, eS theilweise versucht haben. Wir lieben eS nicht, denen, die sich glücklich fühlen, einige Tntdeckungen gemacht ,u haben, ihren Siegesrausch zu verkümmern. Nur wünschen wir. daß je sicherer sich verschiedene Zachmänner auf ihrer Höhe suhlen, desto mehr sie auch der Bescheidenheit sich aneignen mögen, die «»neu schönern Schmuck gewährt, als tandelmarkrartige Vervränqungssucht. Hat es^wohl einem Zun;, einem Luzzatto. denen eS gewiß nicht an WrachUcher Lauge mangelt, irgend au ihrem Ruhme Abbruch gethan. daß st« «S verschmähen, in der Arena armseliger Klopffechter« aufzutreten? Wir vollen den Bessern mindestens in dieser Beziehung zu gleichen streben.

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