Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8 (August 1855)
- Date
- 1855-08-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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2S2 Vkittheiluugeu. kritischen Zeit, da sie auS unterschiedenen Staaten und noch letzthin auS Böhmen vertrieben worden, als wodurch sie aufs Neue —m Roth, Jammer und Trübsalen versetzt werden und in Gefahr stehen, noch tiefer hinein zu geratben, wenn sie solcher Lästerungen gegen Christum und die christliche Religion, wie aut gegen die hohen Häupter und die gesammte Christenheit in öffentlichen Schriften bezüchtigt werden. Wie denn wir Christen billig den Affekt gegen die Juden anziehen sollten, auS welchem der Altvater Zacob vor seinem Tode seinem Sohne Joseph sagen ließ I. M. 50, 17: „Lieber, vergib deinen Brüdern die Missethat und die Sünde, daß sie so übel an dir gehandelt haben." Hiefür führt er auch noch Beispiele aus Dem Neuen Testament an. Die Abschaffung der Selichoth betreffend, so würde Michaelis dafür stimmen, wenn die Rede von solchen Ausgaben derselben wäre in welchen, gegen Christum, dessen Lehre oder christliche Obrigkeiten und Staaten laufend, ausdrückliche Lästerunqen oder lästerliche Erlauterungen und Verkehrungen beigedruckt sind, —wie die ist, welche Christlieb vorlag. Aber die gemeinen Editionen zu untersagen, wollte ich deßwegen nicht anrathen, weil ^elbige keine ausdrückliche Lästerungen enthalten, gleichwohl aber von etlichen Jahrhunderten her einen Theil der jüdischen Liturgie ausmachen, deren Abstellung sie demnach nicht sanders als einen Gewissenszwang ansehen. Ich finde auch keinen Nutzen davon; denn da bemeldete Bußgebete mehrentheils mit Worten der heiligen Schrift und insonderheit deren Psalmen Davide (welche Christlieb anstatt dieser Bußgebete vorschlägt) abgefaßt sind, w können ja die Juden, wenn sie boshaft handeln wollen, die darin vorkommenden Ausdrücke z. B. von den stolzen Wassern von Gdom, von dem wilden Schweine :c. ebensowohl in den Psalmen Davids als in den quästionirten Bußgebeten mißbrauchen uuv verkehren, wie eS auch von ihnen Einigen wirklich geschieht, und dennoch um deswillen ihnen kein Christ den Tert der heil Schrift zu nehmen mit Recht anrathen wird."-- Zn Berücksichtigung dieser vielen Mähren, aufrichtigen und toleranten Neußerungen und Ansichten Michaelis, — die gewiß jeden Israeliten befriedigen und ihm den, auch für unsere Zeit noch nöthizen trostreichen Beweis darbieten, daß nicht allein jede Zeit ihre feindlichen Bedränger Israels hat. (177! "N"! ^22 '^Z, O^v^ durch GotieS Hülfe, In den ^schlimmsten Zeiten, wir Israeliten auch unsere Bert heidiger und Aaerkeuner unserer Religion und Verdammer der unS zu-