Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1855)
- Date
- 1855-07-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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258 Ritthettungen Zof. Mosche Caschmann oder Casmann Erklärungen s. 472 oder 1712 zu Amsterdam bei Salomon d. Joseph PropS in 4. gedruckt wurde, in welchen Erläuterungen sehr gehässige und lasterhafte Stellen vorkommen sollen. Michaelis konnte diese Ausgabe nicht mehr bekommen, und auch mir ist diese unbekannt. Diesem Titelblatte gemäß beschuldigt dieser getaufte Jude seine früheren Glaubensgenossen, daß sie in den Selichoth Zesum Christum sehr teuflisch verlästern, und der ganzen. Christenheit den äußersten Untergang anwünschten. Diese seine Schrift soll Zedermann überzeugen, daß das jüdische Volk wegen seiner boshaften Lästerungen eine gerechte Ähndung verdiene. Er äußert sich weiter: Bei dieser Beschaffenheit der jüdischen Gebete kann eine christliche Obrigkeit nimmer zugeben, daß dieselben noch in den Judenschulen sollen gebetet werden. Er schlägt vor, den Juden diese Gebete wegzunehmen und ihnen dagegen die Psalmen Davids in die Hand zu geben. Da jedoch dieses große Hindernisse finden möchte, so lasse man diese Gebete von einem Manne, der sowohl Gelehrsamkeit, als Eiser für die christliche Religion besitzt, mit Sorgfalt durchgehen, man lasse alle verdächtigen Redensarten ausstreichen und stelle von Zeit zu Zeit eine Untersuchung an, ob nicht die abgeschafften Lästerungen noch hergesagt werden und setze eine scharfe Strafe darauf, wenn man von alten oder neuen Lästerungen hören sollte. Man muß das jüdische Volk nur an solche Gebetbücher gewöhnen, die unter der Aufsicht christlicher Männer sind gedruckt worden, und dagegen die Einfuhr fremder Gebetbücher ernstlich verbieten." Michaelis untersucht: „ob und wie weit diese sehr harten Beschuldigungen gegen das jüdische Volk in der Wahrheit gegründet sind? und zwar 1) ob die Selichoth in den von Christlieb angezogenen Stellen Christum und die christliche Religion wirklich also, wie angegeben worden, lästern und verspotten, 2) ob sie christliche und ins Besondere evangelische Konige und Fürsten, sammr der ganzen Christenheit lästerlich verachten und verfluchen? Michaelis: a) daß die von Christlieb angeführten 15 Stellen aus den Selichoth nicht auf Christus und dte christliche Religion sich beziehen, da nirgends der Name ^Ynstr und seiner Mutter, noch die christliche Religion genannt »p. Deshalb mußte auch Christlieb in all diesen 15 Stellen die Namen Chnsti, seiner Mutter, der Christen und christlichen Lehre w psreatdesi zwischen einflicken, ein Beweis, daß er sie nicht im Terte vorgefunden hat. b) Daß die Ausdrücke und Redensarten, welche in den