Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1855)
- Date
- 1855-06-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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232 Reeeufioneu. Wir begrüßen in obiger Schrift ein Werk, welches einem großen Bedürfnisse in würdiger Weise entgegenkommt. Den meisten unserer Lehrer, sowie durchgängig unserer Jugend und den gebildeten Männer und Frauen Israels überhaupt ist das jüdischmittelalterliche Schriftenthum ein unbekanntes Land. Während die Heroen der griechisch-römischen Heidenwelt unseren Söhnen und Töchtern bis aufs Detail, bis auf die Inschriften an ihren Schilden, vertraut sind, sind die leuchtenden Sterne an Israels Geisteshimmel für sie nicht vorhanden, und herrscht in dem deutschgebildeten Israel das Vorurtheil, daß die mittelalterliche Nacht der Barbarei bei den Juden auch auf dem Gebiete des Geistes eine lichtlose Wolkennacht hervorgerufen habe. Das vorliegende Werk, welches in seiner Darstellungsweise die rechte Mine hält zwischen wissenschaftlicher und populärer Darstellung, um zu den Unkundigen herab zu steigen und sie empor zu ziehen, soll jenem Uebelstande Abhülfe leisten. Dasselbe beginnt mit einer allgemeinen Einleitung in die heilige Schrift (ein zweiter Thcil soll später diesen Gegenstand detailirt behandeln); und gibt dann eine Geschichte der Schriftausleguug in vier Perioden, nämlich: I. Vom Abschlüsse der heil. Schrift bis R. Saadia Gaon, (30 v.— 900 nach der gewöhnlichen Zeitrechnung) 2. Von Saadia biS k. Jsak Abravanel (900 —1500). 3. Von Abravanel bis Mendelssohn (1500—1750). 4. Von Mendelssohn bis auf die neueste Zeit (1750—1850). — Innerhalb dieser vier Zeiträume entfaltet sich nun vor unseren Augen das reiche und ungemein fruchtbare Gebiet der nachbiblischen Literatur. Die Geister verschiedener Größe, mit ihren mehr oder minder strahlenden Werken, gehen an unserem Geiste vorüber, und der Perfasser weiß, in geschickter, oft metrischer Uebersetzung, diese und jene Stelle daraus anregend mitzutheilen. Doch darf man hier keine eigentlich tiefer gehende Krink elwarten; das Werk ist em Sammelwerk, mit großem Fleiße und aus dem reichen Quell emer umfassenden Belesenheit geschrieben, nicht für Gelehrte vom yache. sondern für gebildete Leser und die zu bildende Lugend, m welcher Beziehung es, namentlich unter den Hän- ""es tüchtigen Lehrers, seinem Zwecke vollständig entsprechen wtrv. — Zu bemerken haben wir: S. 19. übersetzt der Verf. V^VQ mit übrigen Schriften, während der Gegensatz zu den V'^-tiefer zu fassen ist, indem das geschriebene Wort der hnl. Männer dem gesprochenen der Propheten entgegengepellt ist - Der Ausdruck N^p für Propheten und Ha- »"graphen vnrd hier «mit belehrender Rede" erklärt, während