Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1855)
- Date
- 1855-06-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Doch kennt ihr auch deS Tempel» Weihe? —» Als einst JesaiaS vor dem Herrn,__ Dem König über Meer und Land, Dem Könige der Kön'ge stand, DeS ew'gen Lichtes ew'gem Stern, Da sank er, heil'ger Furcht zum Raub, Anbetend in den Staub! Und Seraphim, er sah sie stehn, Die: »Heilig! heilig! heilig!" riefen, Und alle Höhen, alle Tiefen Erfüllte Gottes mächtig Wehn. Er aber, sprach : „Weh' mir! weh' mir! „Ich bin ein Mann unreiner Lippen, „Wie dürft' ich aus dem Kelche nippen »Der Herrlichkeit, die ich gesehn?" Da stieg mit glänzendem Gefieder — Die Kohle von des Altars Brand, Die glühende, in seiner Hand — Ein Seraph zum Propheten meder^ Berührt mit ihr des Mannes Mund Und sprach: „Wie du nun heilig, rein, " „Sollst du des Ew'gen . Bote sein. „Auf, mache seinen Willen kund!" O Israel! kennst du die Kohle, Die glühende, aus heil'gem Brand, Dort in deS lichten Seraph s Hand? Sie ist ein Bild der heil'gen Gluth, Die tief im Herzen Gottes ruht; Sin Bild der reinsten, höchsten Lieb« WaS sie berührt, ist ewig rein, WaS sie erfüllt, muß göttlich sein! D'rum auf! erschließe deine Augen! Sieh'st du deS Ew'gen Seraphim Aus gold'nen Wolken niedertauchen?