Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1855)
- Date
- 1855-06-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Dort streut' der Dichtung reinste Blüthen Zu hetlgen Liedern David aus, Und Psalmen, die voll Liebe glühten. Erfüllten jauchzend Gottes Haus! O rauschet Harfen, rauscht ihr Klänge, DeS Volkes heilige Gesänge! AuS jedem einzlen Tone quillt Die Liebe, die mein Herz erfüllt! Doch wie? warum zurück denn wenden Den Blick in solche ferne Zeit? Lebst Du nur der Vergangenheit? Soll unfruchtbarer Schmerz nie enden? Die Väter ruhn am Jordan-Strand, Sie ruh'n seit Tausenden von Zahren, Du magst die Liebe ihnen wahren. Dir blüht ein neues Vaterland. Du bist aus deutschem Fleisch und Bein, Deutsch ist dein Herz, deutsch deine Sprache, Deutsch klingt dein Jubel, deine Klage, Willst du nicht ganz ein Deutscher sein? Und ist Jerusalem gesunken. Sein Tempel nur noch Schutt und Staub, Bedenk', dem Zeitenstrom zum Raub Wird, waS das trd'sche Licht getrunken.- Und ist'S denn nicht ein Freudentag Voll hoher, festlich hoher Stunden, Den heute Israel gefunden, Wie'S sonst kaum einen finden mag? Dein Tempel steigt in hoher Schöne, Ein junger Phönix, stolz empor; Begrüßet ihn im Jubelchor, Begrüßt ihn segnend, Aaron'S Söhne!