Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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für die neue Hauptsynagoge zu Frankfurt a. M. 167 mit Unterbrechungen statt; dem sabbathlichen Gebete ist als solchem, da der Gottesdienst allwöchentlich nur einmal und zwar am Sonntage abgehalten wird, kein Ausdruck gegeben, auch in consequenter Weise keine Andacht für den Vorabend-Gottesdienst aufgenommen. Dagegen ruhen die deutschen Gebete, welche sich fast durchgehend als Übersetzungen, resp. freie Bearbeitungen dem Hebräischen anschließen, auf wahrhaft jüdischer Basis; ein innig frommer Sinn und warme Liebe zum Judenthum durchwehet dieselben. Selbst die heiligen Klänge der hebräischen Sprache sind nicht gänzlich verbannt, sondern mahnen in erhabenen Bekenntnißworten, als z,8ekema, Xeäuseka, ^ebareekeeda," an die ehrwürdige Vergangenheit und die innige Verbindung mit mit dem Gesammtisraet. Die aufgenommenen religiösen Gesänge sind einfach, biblisch, meistens 'Psalmen, und zum Vertrautwerden der Gemeinde mit denselben zweckdienlich nur in geringer Anzahl aufgenommen. Es kann daher für den deutschen Theil unseres neuzugestaltenden Gottesdienstes manches Brauchbare, sowohl aus den deutschen Gebeten als namentlich den Gesängen, in unsere Liturgie aufgenommen werden, II. Die Tempelgemeinde zu Hamburg. Diese ^wackere Gemeinde, welcher von dem gesammten Israel inniger Dank gezollt werden muß, daß sie bereits vor nahe an 40 Jahren es gewagt hat, mit dem altherkömmlichen Ritus zu brechen und namentlich durch die Schöpfung eines neuen Gebetbuches anregend und leuchtend voranzugehen, hat sich dennoch bei ihrem Werke möglichst an daS Bestehende angeschlossen. Sie hat zwar in neuerer Zeit eine neue Auflage ihres Gebetbuches veranstaltet, dabei aber, weil für Viele ihrer treuesten Angehörigen der Ritus in seiner seit Jahrzehenten bestehenden Form bereits zu einem theueren Eigenthum geworden war, die Gebetordnung der ersten Auflage fast unverändert erhalten. Die 12*