Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1855)
- Date
- 1855-05-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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les Bericht über das neue Gebetbuch 6. die israelitische Gemeinde zu Breslau, 7. die israelitische Gemeinde zu Wien und 8. die Westend-Synagoge zu London. ES wird nun nothwendig sein, diese unter sich wieder bedeutend von einander abweichenden Gottesdienstweisen, welche jedoch in der Hauptsache übereinstimmen, daß sie alle den hergebrachten Cultus durch Hinweglassungen und Zusätze abändern, -hin meh^ ^der weniger, soweit es der Zweck dieses Berichtes gebietet, einzeln einer Beurtheilung zu unterziehen, dabei vorübergehend zu bezeichnen, was etwa für unser neues Gebetbuch benutzbar sei und sodann zur Besprechung dieses selbst überzugehen. I. Die Reform-Gemeinde zu Berlin. ' Diese Gemeinde geht in den gottesdienstlichen Reformen unter allen am weitesten. Indem sie sich, zur Begründung eines selbstständigen Religionsvereins, von der Hauptgemeinde zu Berlin getrennt hat, so lag es in der Natur der Dinge, daß sie vorzüglich Denjenigen zu genügen bestrebt war, welche in Betreff der Erneuerung des religiösen Lebens dem äußersten Ertreme angehören; diesen Character trägt auch ihr Cultus. Die Gebete finden nahezu ausschließlich in deutscher Sprache statt; der Gottesdienst wird — eS ist dies bisher die einzige Gemeinde der Iudenheit, wo' solches der Fall ist — mit unbedecktem Haupte abgehalten. Die Tora wird nicht, wie solches zur Befestigung des positrv-religiösen Lebens und als Symbol der Anerkennung für die ewige Autorität des mosaischen Gesetzbuches seit Jahrtausenden in Israel üblich ist — in ihrer Totalität vorgetragen, sondern Auszugs- und Bruchstücksweise: die Ceremonie des BlasenS auf dem Hörne am Neujahrstage sowie des FeststraußeS am Hüttenfeste sind beseitigt; das Lesen des Buches Esther au: Purin», sowie die Ceremonle deS LichteranzündenS am Chanukaseste finden nicht statt, letzteres Fest, sowie die Erinnerung der Tempelzerstörung wird je, an dem nächsten Sonntage gotteSdienstlich gefeiert. Der Gottesdienst am Versöhnungstage findet