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Der israelitische Volkslehrer · 1855-03-01 · Heft 3 (März 1855) · page 38

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 3 (März 1855)
Date
1855-03-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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Rundschau. einen Mann gilt, weicher i» jeder Hinficht und also auch in Rückficht der Iudenfrage entschieden dem Rückschritte huldigt. Doch der Mann scheint bei seinen allerdings liberalen politischen Grundsätzen von der andern Seite streng rechtlich zu sein. Saum cuiano. Das LektionSverzeichniß der Nniverntät Erlangen für das nachste^Sommersemefter enthält dießmal auch den Namen eines israelitischen Dozenten. ES ist dieß der auch in weitern Kreisen als ausgezeichneter Arzt nicht weniger denn als edelmüthiger Mensch rühmlichst bekannte vr. Herz aus Baireuth, welcher sckon seit mehreren Jahren die Stelle des Professors an genannter Universität bekleidet, der erste Israelit, welcher auf einer baierischen Universität, freilich nur als Privatdozent. Vorlesungen hält. Aber auch dieses Recht mußte erst durch einen Kampf gegen Uebelwollen und verjährtes Vorurtheil errungen werden. Gegen Dr. Herz kabalirte nämlich der vormalige Dekan der medizinischen Fakultät, Professur Heyfelder, und eS wäre diesem vielleicht auch gelungen, jenem die bereits erlangte verna Ivgenäi wieder zu entreißen, wenn nicht die übrigen Professoren der Fakultät sich mit allem Nachdruck des allgemein beliebten und hochgeschätzter vr. Hcrz angenommen und dabei das eigenmächtige und eigennützige Verehren des Dekans in dieser so wie in mancher anderen Angelegenheit höchsten Ortes in das gehörige Licht gestellt hätten. Daß Heyfelder hierauf selbst von seinen Lehrstuhle entfernt worden nnd dann als Militärarzt in russische Dienste getreten ist, haben die öffentlichen Blätter bereits gemeldet. So hat sich denn an ihm von Neuem der gute Spruch bewährt: »VW ILV' "NZ ^2' 12 "SIN Im Uebrigen find unsere bürgerlichen Verhältnisse noch die nämlichen und die baierischen Israeliten fühlen sich keineswegs behaglich bei denselben weßhalb auch die Auswanderung nach den Freien Staaten von Nord-Amerika, namentlich unter dem jünger» Geschlechte, sehr stark ist und die israelitischen Gemeinden immer schwächer werden, ja am Ende größtentheilS ganz eingehen müssen. Dieser Tage hat der Vorsänger und Lehrer Rau zu Burgkunstadt, welches die stärkste Gemeinde im Kreise Oberfranken ist, seinen seht, guten Dienst gekündiget. um gleichfalls nach Nord-Amerika auszuwandern. Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht unterlassen, Ihnen eine Anekdote zu erzählen. Ein getaufter Israelit?, der jetzt eine höhere Stelle im Staatsdienste einnimmt, und den Sie, Herr Retakteur, kennen, gab einem bekannten Israeliten, welcher sich über die drückenden AusnahmSgesetze. besonders in civilrechtlicher Beziehung beschwerte, seS war dieses vor dem Jahre 1848, wo dieser Wust bekanntlich hinweggerafft wurde) wörtlich zur Antwort: „Tür unsere Leute ble-dl keine andere Wahl übrig, sie müssen sich entweder schmadden oder »ach Amerika gehen." Nun schmadden wollen wir unsere Kinder nicht lassen, so lassen wir sie denn in GotteS Namen nach Amerika ziehen. G—«. AuS der Provinz Posen. — Schneidemühl im Februar. Der hier sett dem Jahre 184« besiehevde W o h lth ätigtei tS-V erein, dessen Haupttenden! ist: zinsfreie Anleihen zu gewähren, die in kleinen Raten a t Sgr. wöchentlich von jedem Thaler getilgt werden können, hat in letzterer Zeit seine Statute» revidirt und mit Rücksicht auf die gemachten Erfahrungen eine kleive Umgestaltung vorgenommen, durch welche die Wohlthätigkeit desselben erweiten,-d viel zweckmäßiger geschehen wird. — Sein ^"r^r«Fortbestand gesichert durch ein baareS Sigenthum von mehr als 800 Rthlr.. welches durch die Beiträge der Mitglieder, wie dnrch Legate »mmer im Anwuchs begriffen ist. Die Ausfälle bei den Anlei-

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