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Der israelitische Volkslehrer · 1855-02-01 · Heft 2 (Februar 1855) · page 36

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 2 (Februar 1855)
Date
1855-02-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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Rundschau« U-terhause genehmigte Maßreget jedesmal verworfen hat. Unsere Regierung aber hat tzid Emanzipation ein einziges Mal eingebracht, diese wnrde von her zweiten Kammer genehmigt, von der ersten verworfen. Und darauf hin glaubt »nstr StaatSministerium nicht allein die Emanzipation aufgeben zu »uffen» sondern auch noch den Juden das bereits erworbene und iu Ausübung gebrachte Wahlrecht wieder nehmen zu sollen! Im späteren Verlause der Debatte brachte der Herr Ministerpräsivent, der die schwierige Aufgabe, den Regierungsentwurf zu venheidigen, allein übernommen hatte, noch einen andern» eben so stichhaltigen Grund für die Ausschließung der Jaden vom Wahlrechte vor. Die Stimme des Volks, sagte er, sei gegen die Juden, wie fich aus den vielfachen Avressen, die im Jahre 1849 gegen die Emanzipation eingelaufen waren, ergeben hatte. Nun waren aber diese, man weiß wohl auf welche Weise zn Stande gekommenen, Adresse» ausschließlich gegen die unbeschränkte Ansäßigmachung der Israeliten und allenfalls gegen die Gewährung des Staatsdienstes an dieselben gerichtet, von der Entziehung deS bereits gewährten Wahlrechtes war in keiner derselben die Rede. Und gerade Herr von der Pfordteu war es, welcher im Jahre 1849 alle diese Adressen, als durch künstliche Aufstachelung veranlaßt, mit der größten Verachtung behandelte. Allein tewxor» wutsvtur vt oo» mutswur in Ulis. Herr von Lassaulr, der in seiner originellen Weise gewöhnlich den Nagel auf den Kopf trifft, hat daher, als er bei einer später» Veranlassung mit dem Ministerpräsidenten hart zusammenstieß, mit vollem Rechte gesagt: „Ich bin vor dem Jahre 1848, im Jahre 1848 und seit dem Jahre l348 immer derselbe gewesen, kann aber der Herr Ministerpräsident ebenfalls behaupten, daß er vor dem Jahre 1848. im Jahre 1848 und seit dem Jahre 1648 stets der namluhe gewesen sei?" Von den beiden Abgeordneten israelitischer Eonfession hat Or. Morgenstern sich der Sache seiner Glaubensgenossen mit allem Nachdruck angenommen, vr. Arnheim hingegen hat ganz geschwiegen, was vielen aufgefallen ist. Wenn wir nun auch bei der allgemeinen politischen Eonstellation und bei de« offenbar gewordenen Gesinnung unserer StaatSregierung auf keine »eitere Gewährung von politischen Rechten hoffen dürfen, so sind wir doch vor de? Hand im Defitze der bereits erworbenen Rechte gesichert, »nd da das liberale Prinzip, wenn auch eine Zeitlang aufgehalten und zurückgedrängt, fich mit der Zeit doch noch seine Bahn brechen wird, so geben auch »ir die Hoffnung nicht auf, dereinst noch zu unserem vollen Rechte zu gelangen. » »

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