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Der israelitische Volkslehrer · 1855-02-01 · Heft 2 (Februar 1855) · page 26

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 2 (Februar 1855)
Date
1855-02-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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74 ReceoKo»en. von dem kleinen, bescheidenen Sinai kam, so will fle auch hier nicht durch Aeußerliches, sondern durch ihre innere Güte und Wahrheit die Herzen gewinnen. — WaS nun 1) den ebräischen Urtext betrifft, so erschien dessen Beifügung nothwendig, um daS Lesen und Verständmß der hei!. Schrift in der Ursprache, und damit den religiösen und biblisch frommen Sinn und Geist zu fördern. Denn in der ebräischen Sprache in der Bibel sprudelt der ureigenste, frische und lebendige Quell aller religiösen Begeisterung und Gemüthserhebung. und wer auS dieser ursprunglichen Quelle zu schöpfen versteht, fühlt sich von ihrer unmittelbaren Wirkung mächtig und ganz anders ergriffen, als wer den Geist und Gedanken erst auS zweiter Hand empfängt, aus dem vielgetrübten Bach der Übersetzung sich zu laben sucht. Die Erschlaffung jüdischer Religiösttät geht Hand in Hand mit der Entfremdung der Bibel in der Originalsprache, und dürfte durch erneuete Vertrautheit mit dieser auch jene sich wieder erkräftigen. Und weil also das Lesen der heiligen Schrift in der Ursprache für das Erfassen ihres Inhaltes und ganzen Geistes von entschiedenem Einflüsse ist, so ist eS auch von großer Wichtigkeit, daß der ebräische Tert correkt und MIN auch in Hinsicht der masorethischen Punktation und Aceentuation NQ'QN, möglichst „fehlerfrei," vorliege. Ich habe daher mit aller mir möglichen Genauigkeit die Korrektur des deshalb am hiesigen Orte in 2. Auflage gedruckten Pentateuchs besorgt, und glaube, daß man sich auf die Richtigkeit meines Pentateuch-Tertes, wie auf irgend eine der besten Ausgaben verlassen könne. Es galt mir aber auch als Pflicht und Aufgabe, 2) durch eine neue Übersetzung den ganzen Wortgehalt und Geist des Originals überall möglichst abzuspiegeln. Zu diesem Zwecke ist wörtliche Treue unerläßlich. Indem wir aber dieser wesentlichen Bedingung einer guten, nicht bloß den Gedanken-Inhalt des Originals wiedergebenden Ueberses genügen und den Charakter und die Eigentümlichkeit d 5 Stertes in der Übertragung auszuprägen suchen, so daß jedes Wort und, jede Wiederholung der Haupt- und andern Wörter, jede Wortstellung. Redensart, Begriffs- und Sachbezeichnung, Form und Bild des hebräischen Originals in der deutschen Wiedergabe treu dargestellt würde, wird die Verdeutschung undeutsch, undeutlich, völlig hebraistrt und den Geist und Geschmack der deutschen Sprache verletzend. Wie viel ist nun immer für die Treue, und wie viel den Anforderungen des deutschen Sprachgebrauchs gemäß zu thun? An der Lösung dieser schwierigen Aufgabe scheitern fast alle Neber-

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