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Der israelitische Volkslehrer · 1856-12-01 · Heft 12 (Dezember 1856) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 12 (Dezember 1856)
Date
1856-12-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Geschichte der Juden, v. Graetz. 337 gen, und nicht erst, wie es dort der Fall war, mühsam aus dem Schutte und den Trümmern, welche die Zeit darüber gehäuft hat, ausgegraben werden mußten. Wenn wir sagten, daß die Quellen für die vorliegende Geschichts-Erzählung nicht reichlich fließen, so meinten wir damit, daß außer der Hauplquelle, nämlich Iose - phus, wenig oder fast gar keine Nsbenquellen vorhanden sind, durch deren Benützung die Angaben des Joseph us berichtigt oder ergänzt werden könnten. Diese jedoch sind ausführlich genug und gewähren an und für sich eine deutliche Uebersicht der Geschichte des jüdischen Volkes in dem hier behandelten Zeiträume. Dennoch bieten die 27 Noten, welche vr. Graetz diesem Bande angehängt hat, des Interessanten und Neuen sehr Vieles dar. Wenn wir nun das Buch im Ganzen als eines der vorzüglichsten Werke der neueren jüdischen Literatur begrüßen, so soll uns dieß doch nicht abhalten, auf einige Ungenauigkeiten im Einzelnen aufmerksam zu machen, welche wir bei einem sorgfältigeren Studium desselben bemerkt haben. Wir glauben damit dem geehrten Verfasser selbst einen Gefallen zu erweisen, indem er bei einer zweiten Auflage, welche sein Werk sicherlich erleben wird, unsere Bemerkungen benützen und das, was er bei der ersten Ausarbeitung übersehen hat, bei der zweiten Bearbeitung verbessern kann. Seite 61, wo von dem Bündniß die Rede ist, welches der Hasmonäer Simon mit den Römern schloß, erzählt Graetz, daß der römische Senat, vor dem gerade zu dieser Zeit die mächtigsten Feinde Roms, Griechenland und Karthago, ihr Haupt gebeugt hatten, seinen Bundesgenossen und Vasallen bekannt machte, daß er Judäa ebenfalls als Bundesgenossen aufgenommen habe, und daß es den syrischen Herrschern nicht gestattet sei, sich an Zudäa zu vergreifen. (140 v. Chr. G.) Dann fährt er weiter fort: „Ein Jahrhundert später verlangte Rom, daß sein schamloser, blutdürstiger Kaiser im Tempel zu Jerusalem verehrt werden solle, und noch ein Jahrhundert später hatte es die Kraft der jüdischen Nation gebrochen, ihre Helden getödtet und gegen den Rest eine Hetzjagd angestellt." Hier hat sich der Verfasser einen doppelten Verstoß gegen die Chronologie zu Schulden kommen lassen. Ein Jahrhundert nach 140 v. Chr. gab es noch gar keine römische Kaiser; Cajus Caltgula, der unter jenem schamlosen, blutdürstigen Kaiser zu verstehen ist, herrschte von 37—41 nicht vor sondern nach Chr. G., so daß zwischen dem Bündnisse des HaSmonäers Simon mit den Römern und dem Befehle deS Ca jus, sein Bild im Tempel zu Jerusalem aufzustellen, nicht hundert, sondern hundert und achtzig Jahre ver-

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