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Der israelitische Volkslehrer · 1856-12-01 · Heft 12 (Dezember 1856) · page 19

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 12 (Dezember 1856)
Date
1856-12-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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und ihr Jubiläum. 33Z räumiges Haus in Eßlingen und am 30 Deebr. 1842 wurde das Waisenhaus für Israeliten, unter dem Namen Wilhelmspflege eröffnet. Der Verein war glücklich in der Wahl des Hausvaters und Lehrers in der Person des Herrn Lieb mann, der als kenntnisreicher Schulmann sich scbon ausgezeichnet hatte und dessen milder, aber dabei conseguenter Charakter zu diesem Amte ihn von selbst destgnirte. Ein Aufseber und eine Aufseherin stehen ihm;ur Seite, um Erziehung Uno Unterricht leiten zu helfen. — Das Vereinsvermözen ist bis jezt auf nahezu fl 3^,700 angewachsen, wovon jedoch fl 16,auf die Gebäude der Anstalt kommen. Das Haus fristet seine Existenz mit seinen 28 Waisen durch freiwillige Spenven die ihm zufließen. — Von den 128, der Anstalt entlassenen Zöglingen, sinO 7 nicht mehr am Leben. Von den gewesenen Alumnen sind geworden: Schlosser 4, Kaufleute 9, Arzt 1, Stricker 2, Schuster 6, Optiker 1, Sattler 2. Weber 5, Drechsler 2, Bortenmacher I, Buchbinder 1, Säckter 2, Messerschmied 2, Seiler 1 FlasHner 2, Schreiner 1, Metzger 1, Golvarbeiter 1, Schneider 3, Lanvwirthe 3. Gärtner 1. Die Aufseherin der Anstalt war früher Zögling derselben; sie ist eine Nichte von Berthold Auerbach. Seit vier Jahren ist vie Anstalt unter Leituna des Privatgelehrten vr. Adolph Levi aus Stuttgtn mit Rottes Beistand sichtlich weiter gediehen. Dieser forder:e die Freunde der Anstalt auf, am 3i) October d. I. sich z:r Feier des 25 jährigen Bestehens des Vereins, in Eßlingen einzufinden. Viele eilten zu diesem Feste. Im Waisenhause sammelten sich, Vormittags neun Uhr, die Freunde der Waisensache. Das Hau^ war festlich bekränzt, lieblicher Gesang der Waisen begrüßte die Ankommenden. Eine kurze Prüfung zeugte von den braven Kenntnissen der Schüler. Die Räume des Hauses von der Dachkammer bis in den Keller hinab waren sauber und reinlich. Um 1l Uhr bewegte sich der Zug der Waisenkinder mit den Gästen ins Museum, in dessen Saal die Feier statt fand. — Sänger von dem Hofthealer Stuttgarts bildeten einQuarte: und introducirten jede Rede mit herrlichem Gesang. — Ktrchenrach Mai er als Geistlicher und Mitstifter der Anstalt leitete die Feier durch Gebet und einen frommen Vortrag ein. Vor 25 Jahren weihte er durch Gebet den Verein und heute durfte er sprechen: „Gelobr sevst du, Herr, der du das Flehen deines Knechtes nicht verscbmäht hast! " Die Erziehung und Bildung für das Leben zweier Welten seien in dem Hause trefflich gediehen. Die Geschichte der Anstatt ist eine scböne Heilserfahrnng, der nie rastenden Liebe des Hüters Israel. Dem Vorsteher spen- 28*

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