Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 8 (August 1856)
- Date
- 1856-08-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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S38 Rundschau. «lm» vsrb», folgendermaßen: „Es scheint nicht im Willen der Vorsehung zu liegen, daß unser Ideal von einem auf historisch religiöser Grundlsg-.Ls. Lichte der Vernunft fortschreitenden Zudenthum sich realifire. Denn wenn e« nicht in Amerika geschieht, wo soll eS sonst geschehen? Und dort tritt eine Rotte heuchlerischer Pfaffen auf. die gewiß sich eines großen Anhangs be. wüßt find, ldenu auf die Gefahr des Märtyrerthums hätten sie es nicht unternommen) und will die Juden nach innen und außen so elend machen, als ste es in der alten Welt find. Ja nach außen wird eS ihnen dort, wenn Ae auch mit Gewalt die Antipathie ihrer Mitbürger gegen sich hervorrufen, dort wo es noch Lynch-Justi; gibt und keine Autorität die Leidenschaften der Masse zügelt, noch viel schlimmer ergehen. Wer wird jenen Schändlichen entgegenwirken? Einhorn? Viel-Horn-Vieh wird gegen ihn ins Feld rücken und die Mehrzahl der nur für das Praktische Sinn habenden jüdischen Amerikaner wird Eckel am ganzen Streit bekommen und der ganzen Sc " >en Rücken kehren. Anstatt des Fortschritts gibt eS dann vielleicht .»neu Fortsprung. Ja nun, ein Gott will! Sehe ich die Sache vielleicht zu schwarz, so belehren fie mich eines besseren, was mich sehr freuen soll." — Wir unsrerseits verzagen nicht: Amerika bleibt nach wie vor das Land unserer Zukunft! eS gibt unter den Führern daselbst, auch außer unserem Einhorn, noch tüchtige Männer, welche das Treiben der Cleveländer, die ^hrem Schimpfen nach man bald die »Kläffländer« nennen darf, einsehen, und wir geben nicht alle Hoffnung auf, daß selbst diese zur Einsicht kommen werden — wenn fie solche nicht IkreitS haben — daß fie eine Fehlgeburt zur Welt gebracht. Wenigstens soll fie obige Korrespondenz überzeugen, wie hier zu Lande die „Laienwelt« über ihr Gebühren denkt und urtheilt. In einer zwischen hier unh Amsterdam anhängigen Chaliza-Angelegeuheit hat sich wieder auf's Neue die Wurmstichigkeit dieser Ceremonie recht deutlich gezeigt. Eine kinderlose Wittwe wurde Braut, deren Mann einen Bruder hinterlassen. Nun schrieb man hierher weltstürmerische, x^Z^IV NIV^IV-Briefe, daß ja keine Kopulation vorgenommen würde, bevor die „Ehaliza" vollzogen sei! Die Biefe flössen über von Frömmigkeit, Jüdischkeit, Gewissenhaftigkeit — und waS war'S? — Der betr. Bruder ist ein armer Mann, hat viele Schulden, und der ganze Sturm lief auf eine Gelderpreffung hinaus. —?i!?i! — Aus Oesterreich, Mitte Juli. - ES ist kaum ein Monat verflossen, seitdem ich Ihnen schrieb und. noch wie BieleS hat fich seitdem auf jüdischem Gebiete zugetragen: 3u Avgaru, wo man fich des Erfolges freuet, daß die Contribntion^- gelder zu vahrhast nützlichen Zwecken verwendet werden, macht jetzt ein Rescript der Statthalter« viel Aufsehen. Seitdem das provisorische Gesetz erschien, daß die Juden keinen Grundbefitz haben dürfen, find mehrere Iure»» zu Grundbefitz und zwar ganz ä« jvr« gelangt. Die Beamten in Ungarn von früher daran gewöhnt den Buchstaben des Gesetzes nicht in voller Strenge