Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1856)
- Date
- 1856-07-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. manche Nebenshnagoge gebildet werden mußte, manche unliebsame Erscheinung zu Tage gefördert wurde. Diese „kleinen Herren" wollen bei Weitem mehr gelten, als die großen und vor allem wollen sie die Herren machen. Insbesondere thut sich hier in dieser Beziehung ein Mann in ultra-orthodorer Richtung hervor. Da gibt eS kein Mittel, das zu schlecht wäre, um es anzssenden- Im vollen Sinne des Wortes regnet es Denunciationen. Da heißt es wieder: HS^H NVA ^d? Vk; Wahrheit und Recht werden bei Seite geschoben; waS dem Ziele förderlich ist, wird angewendet. Man muß nicht der reformatorischen Richtung angehören, um ein solches ßTreiben zu verdammen. Man darf auch gegen die Reform noch so sehr ^schimpfen, den Weg betritt sie nicht. Nie nimmt sie die Seligkeit für sich lalleiu in Anspruch; sie vindicirt sich auch nicht allein den „Patriotismus.-» Z Die bischöflichen Conferenzen find zu Ende. AuS dem Vorgänge bei I Begräbnissen der Protestanten ist beiläufig zu entnehmen, in welcher Weise man gegen Akatholiken überhaupt vorgehen will; in Betreff jüdischer Verhältnisse verlautet gar nichts. Den Protestanten kommt insbesondere zu gut, daß der Herr Finanzminister Protestant ist. Was und Wer wird für Israel sprechen? — Wir sotten also auch jetzt in Oesterreich ein jüdisch theologisches Seminar erhalten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es in Ungarn sein, da das Geld von den ungarischen Contributionalgelderu, die der Feldzeugmeister Haynau eingetrieben hat, zusammen kam. Es ist nur die Frage wo? Die ungarischen jüdischen Gemeinden bieten höchst selten einen erfreulichen Anblick. In den großen Städten herrscht gar oft ein leichtfertiges Leben, die kleineren Gemeinden hingegen befinden sich in einer wahren Versumpfung. Ich erlaube mir auch auf einen Punkt hinzuweisen, der besondere Beachtung Verdient. In welchem Geiste soll die neue Anstalt gehalten und geleitet werzden? — Die Regierung, das ist nicht zu bestreiten, hat die besten Absichten, «aber welche mitunter wahrhaft sonderbare Ansichten kommen da manchmal «auf! Ich hörte schon einmal die Frage stellen, ob es nicht möglich wäre,!die Priester wie ehedem in ihrer Würde wieder herzustellen, damit man ein MersteS Tribunal in Rcligionsangelegenheiten hätte! — Es ist nicht zu Zweifeln, daß eine gewisse Parthei die Sache gehörig ausbeuten wtrd. und PS wäre daher zu wünschen, daß Diejenigen, die berufen find in der Angelegenheit mitzureden, sich nicht scheu zurück zögen, damit dann nicht daS ver- Mngnißvolle -zu spät» als da5 „ölvvs mens" unserer Zeit sich auch hier geltend mache. — -- ^c»4>ZM»