Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1856)
- Date
- 1856-07-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau« 555 Von der Haardt wird uns mitgetheilt. daß jüngst zu Mußbach bei, Neustadt, der im 7l. Lebensjahre verstorbene Lehrer und Dorbeter Raphael Singer, ein Mann von biederem Charakter, in ehrenvollster Weise unter lebhafter Betheiligung auch der christlichen Ortseinwohner beerdigt wurde; Herr Rabbiner Merz aus Dürkheim hielt die Trauerrede, in anerkennender, herzlich eindringender Weise. Rühmlicher Erwähnung verdient dabei die israelitische Gemeinde zu Mußbach, aus circa 30 Familien bestehend, wegen ihrer Pietät und Opferwilligkeit, womit iie dem Genannten, seit Jahren schon ein schwächlicher Mann, im Leben zur Seite stand, ihm ohneGehaltsschmälerung einen Substituten stellte, und seinen Hintritt noch durch eine, feiner trauernden Wittwe ausgesetzte Pension liebevoll erleichterte. Ehre dem Todten und Segen den Lebenden! Worms, im Juni. (Corr.) Sie werden gewiß nicht verabsäumen, Ihren Lesern die Beschlüsse der in Paris stattgehabten Conferenz der Großrabbinen mit^utheilen. In der Sitzung vom 2t. Mai wurde beschlossen, daß der Einführung der Orgel principiell Nichts entgegen stehe; hier anknüpfend theile ich Ihnen mit, daß in unserer altehrwürdigen Synagoge am 1. Tage deS jüngsten Schebuothfestes bei der abgehaltenen Confirmationsfeier zum ersten Male die begeisternden Tone der Orgel vernommen wurden, und die Feier fand bei der Masse der Anwesenden, welche die weiten Räume deS Gotteshauses füllte, nicht bloß Anklang, sondern zweifellosen Einklang der Begeisterung und des Wunsches, alsbald die Einführung der Orgel stationär zu machen; denn an jenem Tt.ge mußte, da deS Musikcorps des hiesigen Regimentes an der Mitwirkung gehindert war, zu der Orgel die Zuflucht genommen werden, und so dürft? die Befriedigung deS für unsere Zeit unabweislich gewordenen Requisits einer Orgel dem glücklichen Zufalle zu verdanken sein Der vor einigen Jahren verstorbene Herr S. Dessauer bestimmte bereits früher 300 fl. zur Anschaffung einer Orgel, und ko werden die noch erstehenden Ergänzungskoilen nicht so groß sein. Es ist wahrlich ein nicht genug zu beachtendes Moment, wahrzunehmen, wie die orthodoxesten Mitglieder der Gemeinde, Lheils schweigend—z^Hi TldtUNI Nj5'NV — theilS offen die Hebung der Andacht und überhaupt die Veredelung veS Gottesdienstes durch Anwendung der Orgel eingestehen. — Für die durch Brand so hart heimgesuchte Gemeinde zu Neustadt (in Ungarn) wird hier eine Collecte veranstaltet, und erklärten sich die beiden Geistlichen (Rabbiner und Prediger) mit Vergnügen bereit die Beiträge einzusammeln. — vr Lewysohn läßt für seine Schüler den Leitfaden seines ConftrmandenunterrichlS drucken. Am nächsten Consirmandennnterricht nehmen 14 Knaben und 11 Mädchen Theil. Ulm, im Juni. (Eorr.) Wie in England vor einem Viertel-Jahrh. durch die politische Reformbill manche zur Nnöedeutenheii herabgesunkene Burgffecken ihres Rechts, eigene Deputirte in'S Parlament zu schicken, beraubt, andere Orte dagegen, die im Laufe der Zeiten von unbeachteten Flek-