Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1856)
- Date
- 1856-06-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Rundschau. Deutschen Judenheit zu geriren. Mann war hier und in Frankreich darüber in gleicher Weise entrüstet. — WaS den Streit über die Gebetbücher betrifft, so steht selbst Herr Schott, wenn auch mit gefülltem Weihrauchkeffelein, mtter den Gegnern des Herrn Philippson; wie erst seine College» aus der Rabbiner-Versammlung! — Man sagt uns — denn wir selbst lesen die Allg. Zeit. d. Zud. nicht so genau — Herr Philippson habe um »posacn« herum, in Betreff des in unseren Blattern gegen ihn Geschriebenen, fich geäußert, man werde es ihm nicht verargen, wenn er fich nicht mit »Sauerteig» befasse. Ei. sehet doch! DaS ist H^PN 'SV r^.dM'N N^»V2- — Demnach wäre, was Herr PH. schreibt „lockern oni?- — Nein, das ist doch die Demuth zu weit getrieben! — Schließlich bitten wir unseren geehrten Herrn Kollegen wiederholt, vorsichtig mit hiesigen Berichten zu sein, der Welt keinen Skandal zankender Rabbiner zu geben, aus einem Worte des Tadels über Fehler, deren wohl auch er fähig sein dürfte, kein crimen las- »v m»j«st5tis zu machen — sonst — — wir find bereit 71VN*?v'7! Aber Frieden ist uns lieber. — L. S. Kreudenthalin Württemberg, lb. Mai Schon wiederfind wir in der traurigen Lage, den Todesfall eines würdigen AmtsbruderS, eines wackern, unermüdeten Kämpfers für Glauben und Sittlichkeit einregistriren zu müssen. Rabbiner Seligman Grünwald ist nicht mehr. Am ITd. M. erlag er einem nervösen Schleimfieber, schneller als man geahnt im Alter von nicht ganz SS Jahren. Als der Verstorbene im vorigen Zahre seinem im 86. Lebensjahre dahingegangenen Schwiegervater, Rabbiner Veit Flehinger in Bretten,^!» Grabe und später in der Synagoge dortselbst eine Gedächtnißrede (^ON) hielt, dachte er wohl nicht daran, daß seinen Kollegen schon nach so kurzer Zeit die traurige Pflicht werde auferlegt wer den, ihm den gleichen Liebesdienst an seinem Grabe zu leisten, und seinem Leben und Wirken durch Gedächtnißreden den Tribut der Liebe, Achtung und Amtsbruderschaft zu widmen. Nicht bloS seine Familie, die ganze Gemeinde wurde durch diesen ganz unerwarteten Trauerfall in die tiefste Trauer versetzt. An dem am 13. d. M., Nachmittags 4 Uhr, stattgehabten Leichenbegängniß nahm die ganze Gemeinde Antheil, auch die geistlichen und bürgerlichen Vorsteher der evangelischen Gemeinde bewiesen durch Theilnahme an der Trauerfeierlichkeit dem Verstorbenen ihre Achtung. Mehrere benachbarte Geistliche anderer Confesfionen, die frühzeitig genug Kunde davon erhielten, eilten herbei, um dem Freunde im Leben, noch im Tode die letzte Ehre zu erweisen. Am Grabe hielten Herr Kirchenrath vr. Maier aus Stuttgart, Rabbiner Waelder aus Laupheim und Lehrer Levi aus Freudenthal Reden; jeder würdigte die Verdienste des Verstorbenen nach seiner Weise Kir chenrath Maier. obgleich er zu gleicher Zeit eine ähnliche Funktion bei einem anderen Todessall seines Bezirks haben sollte, eilte, feinem 20jährigen College» im Rabdinstsdieust diesen Lübesdi.r.ß zu «weiscu. Er krach be.cdt. Besonders hob er hervor, daß der De:tust i»w so größer sei, weil Niemand