Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1856)
- Date
- 1856-05-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Jsrael'S Geschichte v. Hecht. Parteilichkeit angeklagt zu werden, wollen wir auch der Kritik ihr Recht vindiciren. Ohne mit dem Verfasser zu rechten, wo wir abweichender Ansichten find, ohne die kleinliche Recensenten-Feile an alle einzelnen strittigen Sätze zu legen, heben wir nur einige Punkte hervor. Seite 15 behauptet Hecht zu allgemein, daß die griechischen Sitten an und für sich für Israeliten nichts Unrechtes und Verderbliches waren. Es darf der Unterschied zwischen Sitte und Sitte keineswegs übersehen werden.— S. 17 wird erzählt, daß in Palästina, woselbst die Tora im dreijährigen EycluS vorgelesen wurde, ver Inhalt in 158 Lesestücke eingetheilt war. Richtiger nimmt Zun; (Gottesdienstliche Vorträge S. 3) an, daß die Vorlesungen aus 153 Sedarim bestanden. — S. 19 heißt es: Ein Jünger und in Parenthese Talmud (soll heißen Talmid) (^»aekam; allein der Name l'alwiäOkaekam ist bekanntlich der von den Gelehrten (Okaekamim) selbst später aus Bescheidenheit angenommenen Titel, welchen die Lehrer und keineswegs die Zünger oder Schüler führten, welche nur llN'D^N hießen. — S. 22 wird behauptet „das kleine Sanhedrin" (aus^A^fchlicktete nur geringe bürgerliche Streitigkelten. Kann man das Recht, ein Todesurtheil zu fällen, wozu das kleine Sanhedrin die Machtvollkommenheit besaß <>lisekna Lanlieörin I, 4.) nur eine geringe bürgerliche Streitigkeit nennen?—Dort S. 22 wird gesagt: „Jedoch konnte ein späteres Sanhedrin die Beschlüsse eines früheren wieder umstoßenl" Ein so unbedingtes Recht kam nicht —jedem späteren Sanhedrin zu, sondern es gab auch Beschränkungen und Modificationen für diesen obersten Gerichtshof. (Siehe Maimonides, II. ^lawi-un II, 1—3.) — Eben so wenig rechtfertigt sich die Behauptung (S. 26). daß die gebildete und reiche Klasse der Sadducäischen Lehre zugethan mar. Die reiche wohl, aber die gebildete nicht, wenn anders sittliche Gesinnung und Lebensweise zur Bildung gehört. (S. Jost, Bd. I. S. 66.) S. 36 möchte es vorzuziehen sein zu sagen: So sühne auch daS gegenwärtige Elend viele Juden zu der Hoffnung auf die Ankunft des (nicht „eines") Messias DM? die messianische Hoffnung stammt auS älterer Zeit und Verheißung, ihre sofortige Erfüllung wurde in jener späten Zeit des Elends erwartet. 40 sind die bekannten Worte Hillel's: -,'2Z?N d<? "sQ!^ '2V I^PN Was dir nicht recht ist, das thue auch einem Andern nicht, mit Anführungszeichen in den SaH „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst" übertragen. wa5 die schriftstellerische Treue nicht gutheißen kann. — S. 66 wird mit zu ängstlichem Zartgefühle die Ursache ver Verunheilung Christi von dem ganze» jüdischen Volke hm- VI. 14