Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 4 (April 1856)
- Date
- 1856-04-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Die fünfzig jüdisches Aerzte sich Anfangs wenig darum, ob dieselben auch ihrer Kunst gewachsen seien, indem keine anderen Aerzte vorhanden waren, wie Adam Lonicer im Jahre 1574 dem Senate berichtet. Dieser Arjt, der erste, welcher feindselig gegen die jüdischen Aerzte in Frankfurt austrat, beunruhigte sie sehr. Schon gegen Ende dieses Jahres wandten sich die zwei damals zu Frankfurt praktizirenden Doctoren Aron Gelberose und Israel Lamb an denRach, um dem Einflüsse des Lonicer entgegen zu arbeiten. Wir lassen die eignen Worte (Lersners Chronik II, 60) folgen: „1574. Dinstag den 14. December. Als Aron Jud zur gelbe „Rosen und Israel Jud zum Lamb, beide Jud.en-Aerzte, suppli- „cirt und gebetten, ihnen wie bißhero geschehen, zu vergönnen, „ihr gelernte Kunst der Artztnev. gegen denen die ihr nothürsstig „seyn, zu gebrauchen; Soll man sio beyde, bey diesen Sterbeaus- „Läuften. bis sich E. E. Rath wieder mit vorsehen wird, ihr —„Auust brauchen lassen, wenn man aber wiederum mit einem „Artzt versehen ist, alsdann soll man sie eraminiren lassen, wonfern sie dann also geschickt befunden werden, daß sie zuzulassen „seyn, soll man sie zulassen, wo aber nit, sie alsamd gänzlich abschaffen." 1579 klagen die Aerzte Lonicer und Flock über die Judendoctoren, welche ohne Berechtigung praktizirten; es wird bei Rath beschlossen, eine Prüfungsbehörde für die Judenärzte, aus drei Herrn vom Rath und den beiden Physicis zu bilden. Demzufolge bitten 1602 die JudenSrzte ^aron ^uedt zur xelben ko3en und Lamuel zum weissen I^amm, daß man ihnen die Praxis gestatten und den Eid erlassen möge. Die Ausübung wird ihnen bewilligt, doch sollen beide einen jüdischen Eid schwören, daß sie kein Mittel zu Hause bereiten, sondern sie aus der Apotheke holen wollen (Stricker S. 69). 1640, den 27. Juli, wurde vom Scholarchat befohlen, daß man der zwei Zudenärzte Söhne in die lateinische Schule aufnehmen sollte, um die lateinische Sprache zu erlernen. Am Ende deS siebzehnten Jahrhunderts hatte Dr. Abraham, ein sehr geschickter und viel gesuchter Prakticus, sehr viel von der Eifersucht der christlichen Aerzte zu dulden. Am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Aerzte durch die Familien Wallich, Hellen und Burbaum sehr überhand______________ 1738 beschwerten sich die jüdischen V55k. SIvu. Gutmann Wolff (Burbaum), Bahr Liebmann (Burbaum), Anselm Tutmann (Durbgum), über die LircW^rsnvos, und vn-