Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 3 (März 1856)
- Date
- 1856-03-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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S2 Die Juden u. die politische Reform die Wahl eines unserer Glaubensgenossen zum Lordmayor der ersten Stadt der Welt sicher verbärgt ist; sollte Sardinien, dessen ritterlicher, wahrhaft conkitutioneller König bei seiner jüngsten Anwesenheit auf englischem Boden über die, in seinem aufblähenden Reiche zur Herrschaft gelangte, gleichmäßige Behandlung aller Staatsangehörigen sich so herrlich ausgesprochen — sollten diese verbündeten Mächte Europas, die auf eigenem Gebiete die Verherrlichung des Christenthums nicht in einer inhumanen Behandlung deS Zudenthums und seiner Bekenner suchen, wie solches m thörichter, religionsschändender Weise in manchen deutschen Landen wieder der Fall ist — wir fragen, sollten jene Mächte die Grundsätze der Humanität und Gerechtigkeit gegen die Israeliten im Morgen lande verläugnen lassen? im Morgenlande, von wannen ausgegangen ist der Geist der göttlich geoffenbarten Nächstenliebe, um die Finsterniß des Abendlandes zu überwältigen, die Urwälder des Irrwahnes zu lichten und die Sümpfe des VorurtheilS trocken zu legen? Es würde Dieses den größten Undank gegen den Genius des Orients überhaupt, und gegen die Juden insbesondere invölviren. — Oder sollten diese Mächte, als Vertreter Europäischer Eivilisation und humanistischer Bestrebungen, fürchten, bei ihrem orientalischen Verbündeten Traditionen und Gesetzen gegen die Zuden zu begegnen, welche mächtiger und unüberwindlicher seien, als diejenigen gegen seine Unterthanen christlichen Bekenntnisses? — Die Geschichte antwortet darauf mit nein! — ES gab eine Zeit, wo in den muhamedanischen Reichen, sowohl des Orients wie OceidentS, die Zuden volle Gleichberechtigung besaßen, gehegt und geehrt wurden, während die Christen alS gefchworne Feinde verhaßt waren. ^Is^jener Periode, als die Europäische Christenheit noch in die tiefste Nacht der Unkultur versenkt, und den Arabern von der Vorsehung die Aufrechterhaltung der Wissenschaften aufgetragen war, haben Juden unter den Lekennern des Islams nicht nur an dieser hohen Aufgabe in glänzender Weise, ausgezeichnet auf allen Gebieten menschlicher Erkenntniß, sich mitbetheiligt, sondern auch in den höchsten Stellungen deS staatsbürgerlichen Lebens erleuchteten Herrschern ihre