Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1856)
- Date
- 1856-02-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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und die Rede Della Torre'S. 47 Dieser Gedanke förderte die neuere Richtung, welche sich als überaus heilsam bewahrt, indem die Rabbinen als Vertreter der theologischen Wissenschaft im heutigen Sinne des Wortes, soweit es ohne Verletzung der Gesetze geschehen kann, die möglichen Reformen begünstigen." ,/Zn Italien ward dies Bedürfniß weniger empfunden, weil die Rabbinen von jeher etwas aufgeklärter und mmder abstoßend waren, ja gerne früher resormirt hätten, wenn sie nicht beim Volke Widerstand gefunden hätten. Man predigte sogar schon lange italienisch, ehe in Deutschland eine deutsche Rede gehalten wurde; aber das neuere Streben der Deutschen wirkte auf Italien zurück, und die Rabbinen erkannten die Nothwendigkeit einer allseitigen Bildung." „Die Regierung Franz I. erhob dieses Streben zu lebendigem Eifer durch das Gesetz, welches den künftigen Rabbinen die philosophischen und theologischen Studien zur Bedingung ihrer Anstellung macht. Diesem Gesetz verdankt das Lombard. Ven. Rabbiner-Institut seine Entstehung. „Alles wirkt jetzt dahin zusammen, so schließt der Redner, dem Rabbinate seinen alten Glanz zu verleihen. Wenn in früheren Zeiten der allgemeine Sinn für die heil. Studien, der Eifer in Gottesdienst und ächter Frömmigkeit, den Rabbinen, welcher hierin als Beispiel vorleuchtete, zum Vorbild machte seiner Brüder, zum Orakel der Gewissen, zum Gegenstand allgemeiner Verehrung und kindlicher Liebe; so können heute andere Anlasse dieselbe Wirkung hervorrufen, wenn die neueren Rabbinen den altern in Tugenden gleichen wollen. Auf der einen Seite ist er, als Besitzer der rabbinischen Lehre, die ihm fast ausschließlich angehört, der einzige Vertreter, an den man sich bei religiösen Fragen wenden kann; auf der andern steht der Staat in ihm den Geistlichen, welcher jede Familienfeierlichkeit, soweit die Religion dabei betheiligt ist, zu leiten hat, folglich ist seine Mitwirkung nothwendig, sein Einfluß tief eingreifend. Wenn daher der Rabbiner sein Amt als ein sehr hohes, edeles betrachtet, so wird sein Rabbinat außer dem früheren patriarchalischen Ansehen, auch noch durch die neuen Bedürfnisse und neuen Einrichtungen, welche die Zeit mit sich führt, bei allen in Ruf steigen und immer mehr an Würde gewinnen. Aber um seine Misston angemessen zu erfüllen, muß er auch nach Maßgabe der Zeitverhältnisse und der sich ändernden Richtungen, mit allen zustehenden, und der Zeitrichtung zusagenden Mitteln, die bereits gegen die höheren Studien lau gewordenen Gemüther für dieselbe wieder zu begeistern suchen, — denn sie sind mit dem praktischen Leben sehr wohl vereinbar — so daß keiner VI. ------------------—S