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Der israelitische Volkslehrer · 1856-02-01 · Heft 2 (Februar 1856) · page 17

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2 (Februar 1856)
Date
1856-02-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Eine neue ,8«mtck»*. «5 zahlreicher Sängerchor, welcher den prachtvollen Tempel freiwillig mit seinem Gesang verherrlicht; alle in festlichen Mänteln. — Die Kommission nahm vor der Lade ihre Sitze ein, die Sänger betraten die Emporbühne, und man sang den Ps. XIX. Darauf verlas der Vorsitzende, ehrwürdige Rabbiner 5en Weihe-Akt; die beiden Lehrer des Instituts (S.D. Luzzatto und Lelio Della Torre) führten den Kandidaten vor, der Vorsitzende vollzog die Handauflegung und übergab dem Kandidaten das Diplom. Dieser ergreifenden Handlung folgte diesmal ein Gebet für die Eröffnung des Winter-Lehr-Cursus, gehalten von den Lehrern und Schülern des Instituts. Nachmittags 2 Uhr wurden die Studien durch eine Rede des Professors der Beredsamkeit in der großen Aula des Instituts eröffnet, wobei alle obigen wiederum zugegen waren, und die noch durch die Anwesenheit des k. k. Vice-Delegaten (der Delegat selbst war durch Unpäßlichkeit verhindert) beehrt wurde. Die Rede des Herrn Lelio Della Torre, betitelt: Ii kaddwo e i Raddim, (I^ova 1856, 27 S. 8") liegt vor uns. Sie ist, wie eine andere uns zugegangene, im Jahre 1854 bei ähnlicher Gelegenheit gehaltene, und Moses Mendelssohn überschriebene, EinleitungSrede, ein vortrefflicher Beweis der geistigen Fortschritte der dortigen Rabbiner. Die wesentlichsten Sätze, welche der Redner ausführt, um den wahren Wirkungskreis eines Rabbinen zu beschreiben sind folgende: „Das Rabbinat ist kein Priesterihum. kein Apostolat, keine hierarchische Gewalt; es ist lediglich Lehramt. Rabbiner heißt Lehrer; er soll das Gesetz entfalten und erklären, er soll es der Jugend mit lebendigem Wort beibringen, das Volk von der Kanzel herab mittelst Schriften belehren. „Früher war das Rabbinat auch mit der Gerichtsbarkeit verbunden, das lag in den Verhältnissen, nachdem die früheren Wächter des Gesetzes, Priester oder Propheten nicht mehr zu diesem Zwecke erforderlich waren, weit die Gesetzkunde sich Hervorthun konnte. Die Sopherim nahmen die Leitung des Volkes in die Hand, sie flößten demselben fromme Gesinnungen ein, sie machten die Religion zur Lenkerin der Familien, des ganzen Lebens, sie bildeten die Sitten nach der mosaischen, erhabenen Lehre aus, sie schufen aus einem sinnlichen und verderbten Volke ein gesittetes, enthaltsames, mäßiges, fleißiges, menschenfreundliches, im häuslichen Leben musterhaftes, — und vernichteten alle Spuren heidnischer Unsittlichkeit. »Die Rabbiner waren die Erhalter des Volkes, das unter den unendlichen und erschütternden Kämpfen gegen die Uebermacht

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