Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1856)
- Date
- 1856-02-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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an die jüd. Notabel» zu Paris. „Die Juden, überschüttet von der Verachtung der Völker, der Geldbegierde der Herrscher so oft ausgefetzt, find noch nie mit Gerechtigkeit bebandelt worden. Ihre Gewohnheiten und Gebräuche trennten sie von der Gesellschaft, welche ihrerseits sie zurück stieß; fortwährend haben sie daher den erniedrigenden Gesetzen, welche ihnen auferlegt waren, die Ausschreitungen und Gebrechen zugeschrieben, welche man ihnen vorwirft. Noch heutigen Tages erklären sie die Abneigung Mancher unter ihnen gegen den Ackerbau und die nützlichen Künste durch das geringe Zutrauen, welches Leute in die Zukunft setzen können, deren Eristenz schon seit so vielen Jahrhunderten von dem Geiste des Augenblicks und von der Laune der Gewaltherrschaft abhängt. In Zukunft sollen Sie sich nicht mehr beklagen, und deßhalb auch nicht mehr entschuldigen können." — „Seine Majestät wollte, daß keine Ausflucht Denen bliebe, welche nicht in das Bürgerthum eintreten wollten; sie sichert Euch die freie Ausübung Euerer Religion und den vollen Genuß Eurer staatsbürgerlichen Rechte; für diesen hohen Schutz aber, welchen sie Euch gewährt, verlangt sie eine religiöse Bürgschaft für die unbedingte Beobachtung jener Grundsätze, die in Eueren Antworten ausgedrückt sind." „Die jetzige Versammlung allein kann, ihrer Zusammensetzung gemäß, jene Garantie nicht bieten; Euere Antworten müssen von einer anderen, in noch höherem Grade imponirenden und den religiösen Charakter darbietenden Versammlung in Beschlüsse umgewandelt werden, der Art, daß sie dem Talmud an die Seite gestellt werden können und in den Augen der Juden aller Länder und aller Jahrhunderte die größtmöglichste Autorität gewinnen. Dieß ist auch das einzige Mittel, den erhabenen und hochherzigen Absichten Seiner Majestät zu entsprechen und den günstigen Erfolg dieser denkwürdigen Epoche alle Euere Glaubensbrüder fühlen zu lassen." — „Die Menge von Auslegern Eueres Gesetzes hat unstreitig dessen Reinheit entstellt, und die Verschiedenartigkeit ihrer Meinungen mußte nothwendig den größten Theil