Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1858)
- Date
- 1858-12-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Hkindschaw Leschwerde erhebt Äer den Kärnr, den bli "»^ wegen' dieses Vorfalles mache, über die .Heidnischen" Torurtheile, womit man die natürliche Autorität der Familie so hoch stelle, daß sie selbst dem mütterlichen Arme der Kirche unerreichbar sein solle und über den durch und durch unklrchlichen Enst, der in diesem ganzen Gebühren hervortrete. Am hitzigsten eifern em Paar getaufte Juden in Wien für das heiligt Recht des.^heiliaen OssiciumS'', denen sich in der neuesten Zeit ein Dritter beigesellt hat, der schon in den verschiedensten Bekenntnissen — als Jude, Protestant, Deutschkatholik — »gemacht" hat und, wenn wir nicht irren, wegen seiner scurilen, obsconen Schriftstellern äus Mainz ausgewiesen wurde, — ihre Namen sollen nicht gedacht werden. Daß diese Sorte von Blattern sich nicht scheuet, die unverschämtesten Lügen aufzutischen, davon gab uns der »Univers" erst neulich wieder eine Probe. Derselbe berichtete nämlich aus Rom: »Der Beruf des jungen Mortara zum Christentum ist so freiwillig, so überlegt, daß der Vater selbst, davon ergrissen, einwilligte, daß sein Sohn in der Religion unterrichtet werde. Während seines Aufenthaltes in Rom lebte er, der Vater, im vertrautesten Umgange mit dem Rector des KatechumenatS, welcher ihm und seiner Familie eine Wohnung im Hause der Neophiten eingeräumt hatte, so daß die Katholiken Grund zu der Hoffnung haben, daß diese ganze Familie dem Sohne folgen und in den Schooß der Kirche treten werde.' (??) Diese plumpe Lüge findet ihre schlagende Widerlegung in dem folgenden Berichte, welcher dem »Schwabischen Merkur" aus Turin über daS Schicksal des Knaben Mortara zugegangen ist: »Nach vergeblichen Versuchen der Eltern, ihr Kind zu sehen, erbaten sie sich Gehör beim Cardinal Antonclli; aus ihr Flehen wurde ihnen endlich die Erlaubniß ertheilt, ihr Kind zusehen, und zwar in Rom selbst. Die Mutter beschreibt das Wiedersehen in einem Briefe folgendermaßen: »Am 22. October war unser liebes Kind in dem Palast der Katechumenen angekommen; wir gingen dahin, und bald lag Edgar in unfern Armen. Ich drückte ihn krampfhast und bedeckte ihn unter Thränen mit Küssen, die er mir weinend erwiederte. Flammenroth, erschrocken und die Augen voll Thranen kämpfte in ihm die Furcht vor den Vorgesetzten und die unvergeßlich gebliebene Kindesliebe- Z)ie letztere siegte; laut und wiederholt bat er, mit uns zu seinen Brüdern, zu seinen Schwestern zurückkehren zu dürfen. Ich sagte ihm, daß er, wie wir, als JSraelite geboren sei und daß er dieses bleiben müsse, wie wir auch, worauf er erwiederte, daß er noch keinen Tag vergessen habe, das Seeman (das Credo der Israeliten) herzusagen. Wir sagten ihm, daß wir gekommen seien, ihn mitzunehmen, worüber seine Freude keine Grenzen kannte." Ucberhaupt scheint der Cardinal Antonelli von dieser gewaltsamen Bekehrung nicht sonderlich erbauet zu sein, wenn wir dem Pariser CorreSpondenten des »Manchester- Quardian" Glauben beimessen dürfen. »Ich habe, schreibt derselbe, mit