Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1858)
- Date
- 1858-10-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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»»VdschM. zu thun, der Kanzel den gehörigt« Platz anzuweisen, von wo aus mqn dm Prediger verstehen könne. . . VoNs NöKmen habe ich Ihnen eine sehr unerfrchliche Nachricht Vitzutheilen. Ein Lehrer, Herr F.^ bat mit Vorwissen des christlichen Orts- Lcbrers und des katholischen Geistlichen einige christliche Schüler unter? richtet. Bei einer Schulvifitation wurde die Anzeige gemacht und der Lehrer deßhalb zur Verantwortlichkeit gezogen, da dieses nach dem Con< cerdate verboten sei. Das Urtheil lautete: der Lehrer müsse den Ort verlassen und dürfe nicht mehr unterrichten. Dieser wendete sich hierauf an den Erzbischof in Prag. Während der Audienz scheinen der Kirchenfürst und der Petent in Aufregung gekommen zu sein, so daß Ersterer gegm die Juden im Allgemeinen unglimpfliche Ausdrücke gebrauchte. Der gereizte Lehrer bemerkte hierauf, daß auch der Stifter der christlichen Religion ein Jude war. In Folge dessen wurde der Lebrer wecken Religionsstörung angeklagt und könnte denselben unter den gegebenen Umständen eine harte Strafe treffen. Der Lehrer soll jetzt in Wien sein, um bei dem KäUer eine Audienz zu nehmen. So weit der Sachverhalt, wieder mir erzählt wurde. Hoffen wir, daß der Kaiser mit freiem ungetrübtem Auge den Gegenstand auffassen wirb. (Wie heißt der Ort dieses betrübenden Vorgangs?— Red.) / ^! In Wien tauchen in letzter Zeit Elemente auf, wie sie in anderen größeren Gemeinden ebenfalls vorhanden sind. Es gibt nämlich Einige, die ein Privilegium für die Seligkeit haben wollen. Wie gewöhnlich find Alle, die sich nicht zu ihrer Fahne halten, Ketzer und Rebellen. Gut ist es, daß sie nur wenige sind. Sie boren sich gerne .die kleine, mächtige Partei" nennen, sie sind aber nur klein; mächtig in so ferne, als es Leute gibt, die sich vor einem Popanz fürchten. Stuttgart. Die jüngst in Viesen Blättern angekündigte Erigenz eines StaatsbeitragS zu der israelitischen Centralkirchenkafse wurde am 28. Juli d I. von unserer Abgeordneten-Kammer mit 7000 fl. (1000 fl. mehr als stüher) verwilligt. Es sollen damit die RabbinatSbesoldungen erhöht, die Alterszulagen der ConfeMonSfchullehrer und Vorsänger ausgedehnt und 200 ff mehr für den Reiseaufwand der Bezirksrabbmer aufgenommen werden. — Der Abgeordnete.Hopf sprach dabei die Ueberzeugung aus, daß die Rabbiner bisher viel zu niedrig besoldet gewesen seien, nur hätte er gewünscht, daß die Rabbiner der niedrigsten Besoldungsklasse der evangelischen Geistlichen (mit 700 fl.) gleichgestellt würden. Er stellte darauf den Antrag. Staatsrath v. Rümelifl entgegnete jedoch: Die Gehalte werden zunächst von der israelitischen Oberkirchenbehörde festgesetzt und eS liege für die Regierung kein Grund vor, über deren Anträge hinauszugeben. Die Kammer ging deßhalb auf Hopfs Wunsch nicht ein. — Die iSraelinsche Oberkirchenbehörde wird ia ihren bescheidenen Anträgen jedoch berücksichtigt haben, daß die Rab-