Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1858)
- Date
- 1858-10-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3129675-3129754-3129762--2590-3131222- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ZkMchnL Brigadier erlangen könnte!'^r/'^ fchso^ bis der Vater fichl ^n^SegkeituNg eikige? freunde an das hessch Officium gewandt hatten ^-v i / s - - -?t. . e ^!De? Bater Me^ nun in das Kloster der Dominicaner und verlange den Pater Inquisitor zu sprechen. Es war bereits spät. Der Pattt- Kchuisiwr; der das Kind erwartete, sah sich nun. bestürmt von den Bitten veS :BaterS und seiner Freünde. Anfangs verweigerte etl jedwede ErM rung,^ bewilligte aber endlich einen Aufschub von einigen Stunden unter der Bedingung daß dÄS Kind während dieser Zeit unter der Aufsicht der' TenSdärmen bleibe und daß zwei angesehene Jsraelitett hierfür Bürgschaft leisteten. .l-n - - "^1 .-^l?s . . Die Familie Mortaradiese ganze Nacht/ wie man sch denken kann, schlaflos und in tiefster Betrübniß. Auf der einen Seitb. die FamMe in ThrÄneNt-der kleine Edgard kranipfhäft zitternd, der Wächter schmerzlich gerührt,'auf der andern Seite der Unbekannte stumm umd cheiknahmlo^ > : ' - ' - I"' ' ^! Bei Tagesanbruch setzten sich Mortara und seine Freunde in BewegMg , > um einige Ausklärung in Betreff dieses traurigen Mysteriums M erlangen.. "?^ ^> ' - ^'^ ^''^ ' i-m /^5Der Tardinal-Legat' und der Cardinal Erzbischof waren beide von Bologna abwesend. .'UeberdieS gehörte diese"Angelegenheit zum Ressort des heiligen Officiums, es ist daher fraglich, ob sie sich eingemischt haben würden 5 man konnte sich darum nur an den Pater Heletti^ sttör von Bologna wemdm^ fragte ihn, wie, wann »nd durch wen die TvÄfe vollzogen worden sei. Dieser antwortete,' daß er darüber keine Auskunst ertheiten könne, daß der Befehl von Rom ge-' kommen sei, daß er bloS wisse, daß Alles 5 s lL 5 ommen Ln Or d n u nF stt^daß ein regelmäßiges Verfahren stattgefunden habe, wobei die Gegmßründe des Vaters vertreten gewesen seien; (man weiß, welchen Werth die: Untersuchungen des heiligen OsficiumS habew, die im Abwesenheit der betheUigteit Partei/ ohne contradictorische Verbandlungen, vorgenommen werden, deren Existenz man erstzuqleichmit der Verurteilung erfährt.) /) 5Der" Pater Inquisitor blieb unempfindlich gegen alle Bitten; man bat ihn» dleselben den Behörden zu übermitteln; er schlug es ab'und erklärte: ,DwS ist Alles ganz zwecklos; ich werde, um mich Ihnen gefällig pt zeigen, Ihre Einsprüche zu Protocoll nehmen; aber die Sache kann nicht mehr rückgängig gemacht werden; für die Wiedererlangung Ihres Kindes gibt es nm sin einziges Mittel,—w«nn Sie sich selber taufenlassen." tt?il )Durch viele Bitten brachte es der Bater endlich dahin/ die unglückliche Fralt von dem/Schauplätze der Thränen zu entfernen. Im Verkaufe des Tages gab sich die Entrüstung der ganzes Bevölkerung Bolognas ohne Untersch^ gäNz entschiedener Weise kund, i Gegen Äbend langten zwei andere: Genödarmen an; einer der-