Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1858)
- Date
- 1858-10-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Neue Erklärung über die Lyoner Medaille. 508 nicht verstanden, und man ihnen leicht einen andern Sinn unterlegen konnte. Wir möchten auch bezweifeln, daß ursprünglich Griechisch und Latein darauf stand. Verhält sich die Sache so, so liegt eS nicht fern, anzunehmen, daß nach Beendigung der ganzen Sache die betheiligte Familie den seltsamen Brief zum Andenken als Münze verewigen, aber nur wenige Exemplare und zwar mit griechischen und lateinischen Zusätzen anfertigen ließ, die absichtlich räthselhaft gehalten wurden. Die lateinische Umschrift auf der Kehrseite ist noch nicht entziffert; besonders ist die grammatische Härte unerklärbar. Wir wären geneigt, die Endworte für ein Datum zu halten und zu lesen : Dies vIttmus V(ie3) IH. (tertw3) N(artis oder aji), dann wäre eS verständlich; doch ist dies nur eine schwache Bermuthung und das kelieitatis ^u<Zex hätte keinen klaren Sinn.*) — Nach Allem bleibt der Forschung noch Einiges zu thun übrig. Wir wollen unsererseits schließlich bemerken, daß wir der Deutung des vrlI nicht beipflichten können, weil!?2 für sich allein keinen Sinn giebt, indem es 5>2N heißen müßte, und dann noch kaum verständlich erschiene. Weit eher wäre 5?I und zu lesen, nämlich: „In dem geschlossenen Gerichtserkenntniß, erblickte ich den Mangel an Form", freilich gezwungen, aber allenfalls gerechtfertigt durch die Absicht, die Anfangsbuchstaben des Namens und Titels anzubringen: Aber auch dies mag noch anderen Deutungen weichen. — Geiger hält, wie wir so eben lesen, die Münze für eine Denkmünze auf einen Verstorbenen, und spottet über alle Vorgänger? (Näheres im nächsten Hefte.) *) Ist, wie kaum mehr anders anzunehmen, nach der trefflichen Conjectur des Herrn Sahen, die Medaille christlichen Ursprungs, so ist wohl kein Zweifel, daß der lateinische Spruch folgendermaßen zu lesen sei: xost tsnvdrss «xero woem keUeitstis — iuävx ä!e» nltunus — veo trwunl Ä-laxiiQo! (Nach dem Dunkel erharre ich das Licht der Seligkeit — der jüngste Tag ist Richter! — Geweiht dem höchsten, dreieinigen Gott — oder auch: Den» trinnnns Aaxiwns: der dreieinige Gott ist der Höchste. L- S-