Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1858)
- Date
- 1858-10-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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§§6 Ueber dke Stellung unb die Funktionen stehm, daß er feme Thätigkeit entwickeln, funktioniren M, jlicht als Priester m der dem Worte anklebenden oder vielmehr Mergeschobenen gehässigen Bedeutung, sondern als Mann von Fach und Beruf, funktioniren bei Kopulationen, Konfirmationen, GeVurtS- und Sterbefällen, kurz überall, wo ein religiöser Moment sich zeigt, wo eine Gelegenheit sich bietet, auf das religiöse Bewußtsein mit Nachdruck einzuwirken, es da zu wecken, wo es doch fehlet, zu stärken, wo es noch schwach ist — es ist das wahrlich keine Anmaßung, sondern eben nur eine Folge jener Stellung, die der ganze geschichtliche Prozeß dem Rabbiner dörgezeichnet hat. Sagt man nun, das fei v'DN nipn, sei unjüdifch, das komme daher, weil der Begriff der Kirche eben mit einzuschmuggeln gesucht wird, „die Synagoge aber war und ist keine Kirche" — und da meint man etwas recht KlugeS und Schlagendes gesagt zu haben! — so spielt man wiederum mit dem eignen Prinzip Verstecken. Die Synazoze ist einmal heut zu Tage nicht mehr, was sie war, sie ist in einer Umgestaltung begriffen, und die Arbeit dieser Umgestaltung wird noch lange nicht gethan, nicht fertig sein. Zu der Negation, daß sie keine Kirche ist, sind aber am wenigsten diejenigen berechtigt, welche sonst so bereit sind, dem allgemeinen Züge zu folgert, die Thore des Judenthums für Begriffe und Institutionen zu öffnen, die auf fremdem Boden gewachsen sind. Wir sagen ebenfalls, die Synagoge ist keine Kirche im fpeciell christlichen Sinne, wir wollen die Scheidelinie, so weit sie erkennbar, nicht verwischen; aber wir wollen, was wir in der Kirche Gutes, Wirksames, Nachahmenswertes finden, gerne vnS aneignen, auf uns einströmen lassen. So sind wir zur Prckigt gekommen, unsere Muster sind die großen Kanzelredner dtzr Kirche, so sind wir zur Konfirmation gekommen — wir haben sie kennen gekernt als eine Handlung der Kräftigung religiösen Sinnes, deren auch wir so nöthig haben und so zu noch manchem Andern. Mit dem Popanz: „Nur keine Kirche?- wird sich daher die Synagoge nicht schrecken und kein Rabbiner vod Einsicht WS Bockshorn jagen lassen und daher auch nicht äufhSren, den Anspruch zu machen, an der Spitze der reli-