Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 9 (September 1858)
- Date
- 1858-09-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Eintritt eines Israeliten ins englische Parlament. 275 Sofort wurde Rothschild dem Präsidenten, vorgestellt, (privatlich kannte er ihn schon, aber diese offizielle Introduktion war eine spezielle Ehre) der, so sagen die Zeitungen, ihm besonders herzlich die Hand drückte. — Nachdem er (Rothschild) noch Disraeli und einige andere Mitglieder begrüßte, nahm er unter allgemeinem Beifallsruf seinen Sitz ein — — — wo? auf derLinken (Oppositions-Bank), um gegen das Ministerium in den meisten Fällen zu stimmen. Eine halbe Stunde nachher gab ein Jude zum erstenmale eine Stimme ab (bei einer sonst gleichgültigen Frage) im Rat he des ersten Staates der Welt!! So endete eine der schönsten Episoden des englischen parlamentarischen Lebens. Nichteine Episode, eine Epoche ist eS für uns Juden zu nennen und von allen Kanzeln herab und von allen Redestühlen sollten jüvische Geistliche zu ihren Gemeinden über diesen herrlichen Erfolg reden. Mich, geehrter Herr Rabbiner, hat diese gestrige Debatte so freudig ergriffen (denn nicht der Judeu allein halber bin ich darüber entzückt, sondern die Erfüllung des Volkswillens rührt einen Jeden), und ich bin ein so eifriger und steter Verehrer Englands, daß ich Ihnen ganze Bogen voll darüber schreiben möchte, nicht Ihnen allein, sondern einem Jeden, der Liebe zum Judenthum und zur Freiheit hegt — aber ich muß Sie auf die Zeitung verweisen und wenn vorstehende Notizen dazu beigetragen , den stenographischen Bericht etwas klarer zu machen, so wird mich dieses von Herzen freuen. Ich behalte mir weitere Berichte und Sendungen vor. — bei dieser Gelegenheit den heiligen GotteSnamen, welchen wir in Ehrfurcht denken, aber nicht aussprechen sollen, und der nur im Tempel ausgesprochen wurde, hier ausgesprochen habe, erscheint uns sehr zweifelhast. — Namentlich hier, wo ein Jude gewürdigt wurde, in den Gesammtrath der Nation einzutreten, wäre die Hervorrufung des GesühleS, wir Juden hätten einen Besondergott, ganz besonders auffallend. Wir können deßhalb, wie gesagt, diesen piquanten Zusatz nicht für richtig haltew — Ueber die aufrecht zu erhaltende Sitte der Nichtaussprache des göttlichen Namens werden wir unsere Ansichten in einem selbstständigen Aufsätze ausführlicher mittheilen. — D. N ed. vm. 24