Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 4 (April 1858)
- Date
- 1858-04-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3129675-3129754-3129757--2388-3131055- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
US NemS über die vielbesprochene Vertrauen verdienen, selbst wenn sie von anerkannten Forschen ausgingen, und wie vorsichtig die Kenner selbst zu Werke gehen müssen, um nickt zu irren und Zrrthümer zu verbreiten. Wenn mein Gedäcktniß mich nicht tauscht, hat er dies auch öffentlich, unter Nachweisung setner eigenen unrichtigen Deutungen, mit seltener Freimüthigkeit ausgesprochen. Ein Gegenstand ähnlicher Art zieht hier unsere Aufmerksamkeit an, und dürste auch den Lesern des Volkslehrers eine angemessene Unterhaltung darbieten, vielleicht manchen Freund der Alterthümer unsrer weit zerstreuten Religionsgemeinden anregen, die Untersuchung, welche Schreiber dieses noch nicht für geschlossen halt, fortzusetzen. Zm Zähre 1656 fanden die Arbeiter im Hause eines Geistlichen zu Lyon, der eine Veränderung deS Baues beabsichtigte, beim Umgraben der Grundlage eine Münze von Metallmischung, .sechs Zoll im Durchmesser, mit einem bekränzten Kopf darauf und einer hebräischen Um- und Inschrift auf der einen und einer lateinischen Umschrift um die Höhlung deS Aopsbildes auf der andern Seite. Diese Münze ward zum ersten Male von dem Jesuiten MeneStrier, welcher die Geschichte von Lyon im Jahre 1696 herauSgab, beschrieben und erklärt. Er hielt den bekränzten Aopf für VaS Bild Ludwigs des Frommen, und die Münze demnach für ein Stück der Dinge, welche in den Grundstein des ersten BaueS gelegt worden. Da er das Bild dieses Kaisers dem auf sonstigen Münzen desselben Kaisers gleichend fand, so ward die Zeit ihrer Entstehung als sicher angenommen, und spätere Erläuterer hefteten ihre Aufmerksamkeit nur auf die Inschriften, um deren Inhalt herauSzurathen, und den geschichtlichen Werth desselben festzustellen. Zunächst versuchte sich hierin De Boissy, in seinen 1785 erschienenen, übrigens sehr verdienstlichen VZssertatwvs pour servir ä l'tn'Ztoire ckes ^uL5s, 2 Vol.; dann der tüchtige, leider sehr früh verstorbene Loewisohn, in seinen Vorlesungen, erschienen 1820; nach ihm E. Carmoly in seinem ölemoire «ur rme meäaille eu t'nonneur 6e l^oms le vedvlmaire. 1834; nach einem in der Brüsseler Akademie mit Beifall aufgenommenen Vortrage. Gerson Levi in Metz, ein Mann von vielseitiger Bildung, las jedoch inder Akademie seines WohnonS im Zahr 1836 einen Vortrag, welcher die ganze Annahme, daß Ludwig der Fromme hier dargestellt sei, abweist. Endlich erklärte Zunz in unfern Annale« 1840. Nr. 17. 18. die Münze für ein Machwerk auS Italien im 15ten Jahrhundert. - ES erging also diesem Alterthumsstück ungefähr so, wie oben angeführtem Steine.