Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 4 (April 1858)
- Date
- 1858-04-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Da» Gespenst der Hierarchie Zustande» zu wecken, welchem entsprechend die gesammte Erde für die gesammte Menschheit zu einem Paradies umgeschaffen werden muß, wenn nicht die Realisirunz hinter dem Urbilde zu- 'lückbleiben soll. Ganz so verhält eS sich mit dem allgemeinen israelitischen P riesterthume. Auch hier blitzt der Urgedanke auf einen Moment göttlich hindurch, wird aber sofort, wie bei der Entstehung der Menschheit, von dem Wolkeudunkel der Bersündigung Israels wieder verhüllt. Die ahnungsvolle Agada fühlet auch hier den innigen Ausammenhang jener Urideen heraus, indem sie (^boäa sara S, 1) den Zustand ZsraelS in setner Gesammtheiligung vor dem Abfalle als eine Wieder- Herstellung des paradiesischen Zustandes bezeichnet. — So wie nun Israel erwählt wurde, um die von Gott abgefallene Menschheit wieder zu ihrer ursprunglichen Bestimmung zurückzuführen und ihm der Gedanke, daß eS sich nur als Mittel zu einem höheren Zwecke fühlen soll, durch den Beginn der Offenbarung_ mit einer von Gott gesegneten und paradiesisch situirten Menschheit stetS vor Augen gehalten wird, ebenso wurde der Stamm Aaron (Levi) nur erwählt, um das zum Abfall geneigte Israel im Dienste des wahrhaftigen Gottes zu erhalten, und sollte auch jener, durch den Umstand, daß die. Geschichte Israels mit einem „Reiche von Priestern", mit einem allgemeinen Vriesterthume beginnt, sich stetS bewußt bleiben, daß er nur Mittel zum Zwecke sei. Der Unterschied dabei ist nur, daß Israel seine besondere Mission in der Menschheit noch lange nicht erfüllt hat, da eS noch Jahrtausende bedürfen wird, bis »vor Gott allein sich beugen wird jedes Knie, und nur bei seinem Namen schwören wird jede Zunge"; die Misston des besonderen PrtesterthumS in Israel aber langst und seitdem erfüllt ist, als der Polytheismus innerhalb seiner eigenen GränzN überwunden und vernichtet erscheint. Eine Restitution der Priesterschaft wünschen, hieße demnach nichts Anderes wünschen, als Israel möchte sich des Götzendienstes wieder schuldig machen, um daS besondere Priesterthum wieder als eine Nvthwendigkeit hervortreten zu lassen! — Zft eS also klar wie das Sonnenlicht, daß daS besondere